In Stuttgart-Ost, einem Stadtbezirk mit rund 48.000 Einwohnern, wird eine Ära beendet: Die Ostend-Buchhandlung, die seit 33 Jahren an der Ecke Ostendstraße/Klingenstraße besteht, schließt ihre Türen. Die Gründer Ulrich Schlote, der mit 85 Jahren in den Ruhestand geht, und seine Frau Katrin Schlote-Korthals, die gelegentlich im Laden bleiben wird, haben die Entscheidung getroffen, die Buchhandlung aufzugeben. Diese Entscheidung kommt trotz anfänglicher Skepsis bei der Eröffnung der Buchhandlung vor über drei Jahrzehnten.

Die Ostend-Buchhandlung gilt als wichtiger Ankerpunkt und Ruhepol in der Nachbarschaft. Sie bietet ein Sortiment von etwa 8000 Büchern, darunter Unterhaltungsliteratur, Belletristik, Ratgeber und Kinderbücher. Besonders erwähnenswert ist die kleine Rutsche im Kinderbereich, die nicht nur für Spaß sorgt, sondern auch zur Kundenbindung beiträgt. Während die Nachfrage nach Ratgebern aufgrund des Internets zurückgegangen ist, zieht die Young-Adult-Literatur neue Lesergruppen an.

Übernahme durch neue Inhaberinnen

Die Zukunft der Buchhandlung ist jedoch nicht gänzlich verloren. Nina Schweikert, die vor mehr als 25 Jahren ihre Ausbildung bei den Schlotes absolvierte, wird die neue Inhaberin der Buchhandlung. Sie hat eine Rahmenvereinbarung zur Übernahme der Buchhandlung bis Ende 2025 unterschrieben. Ihre Freundin Andrea Heidel wird sie unterstützen. Um die Übernahme zu realisieren, muss Schweikert das notwendige Startkapital aufbringen, welches 20.000 Euro beträgt.

Um dieses Kapital zu sammeln, wurde eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Startnext gestartet. Diese Kampagne hat bisher etwa 15.000 Euro generiert, und das Ziel ist es, bis Ende Januar die erforderlichen 20.000 Euro zu erreichen. Dies zeigt den ungebrochenen Zuspruch der Community für die Buchhandlung und das Engagement der neuen Inhaberinnen.

Bedeutung der Ostend-Buchhandlung

Die Ostend-Buchhandlung ist nicht nur ein Geschäft, sondern auch ein kultureller Treffpunkt im klassischen Arbeiterstadtbezirk Stuttgart-Ost, der auch Sitz des SWR und des Staatsministeriums ist. In nur 10-15 Minuten ist das Stadtzentrum mit großen Buchhandelsfilialen zu erreichen, doch die lokale Buchhandlung hat ihren eigenen Charme und ihre eigene Bedeutung für die Nachbarschaft. Die Schließung würde eine Lücke im kulturellen Leben des Stadtbezirks hinterlassen.

Die Bemühungen um die Erhaltung der Buchhandlung sind ein Beispiel für die Wichtigkeit lokaler Geschäfte in einer zunehmend digitalisierten Welt. Die Ostend-Buchhandlung hat über die Jahre hinweg nicht nur Bücher verkauft, sondern auch eine Gemeinschaft gebildet, die über die Liebe zur Literatur hinausgeht. Die Herausforderungen, vor denen sie steht, spiegeln die allgemeinen Herausforderungen wider, mit denen der lokale Buchhandel konfrontiert ist.

Um mehr über die Ostend-Buchhandlung und die aktuelle Crowdfunding-Kampagne zu erfahren, können Interessierte die vollständigen Informationen unter diesem Link und hier nachlesen.