In Stuttgart-Nord entsteht ein neues Wohnviertel, das auf dem Gelände des ehemaligen Bürgerhospitals sowie des Betriebshofs der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) projektmäßig realisiert wird. Rund 650 Wohnungen sind hier geplant, wie Stuttgarter Nachrichten berichtet. Der neue Bebauungsplan wurde kurz vor Weihnachten 2025 vom Gemeinderat genehmigt und markiert den Beginn umfassender städtebaulicher Entwicklungen in der Region.

Das bereits realisierte Projekt auf dem ehemaligen Krankenhausgelände umfasst 136 geförderte Wohnungen. Diese Initiative zur Schaffung neuen Wohnraums wird durch die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) unterstützt, die ehemals gewerblich genutzte Räume umnutzt, um Wohnraum zu schaffen. SWSG berichtet, dass das Projekt auch eine Kindertagesstätte, ein Familienzentrum und einen Bürgergarten beinhaltet und im Sommer 2024 fertiggestellt werden soll.

Geplante Wohnungen und Infrastruktur

Ab Ende Februar 2026 sollen zudem 86 weitere Wohnungen in zwei Gebäuden mit gemeinsamer Tiefgarage in Angriff genommen werden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Erhaltung des historischen Gebäudes „Bau 9“, das voraussichtlich 2027 zu einer Kindertagesstätte und für kulturelle Zwecke umgebaut wird. Außerdem werden bis 2028 46 Wohnungen für Klinikums-Mitarbeiter in einem angrenzenden Gebäude errichtet, um die Versorgungsstrukturen zu verbessern.

Die städtebauliche Neuordnung des AWS-Geländes verzögert sich jedoch, da die Verlagerung des Standortes noch nicht abgeschlossen ist. AWS-Chef Markus Töpfer geht davon aus, dass die Wohnbebauung bis 2028 folgen kann, von der etwa 80 Prozent gefördert werden sollen. Dies ist ein Teil der großen Anstrengungen der Stadt Stuttgart, die Lebensqualität und das Wohnumfeld in den Quartieren an der Türlenstraße, die bereits seit 15 Jahren in Arbeit sind, zu verbessern.

Finanzierung und staatliche Unterstützung

Zu den städtebaulichen Förderungen im Land Baden-Württemberg hat das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen am 4. Februar 2026 angekündigt, dass im Rahmen des Städtebauförderprogramms 2026 insgesamt 270,63 Millionen Euro bereitgestellt werden, um städtebauliche Herausforderungen zu bewältigen. Die Förderung soll dazu dienen, die Lebensqualität zu verbessern und mehr als 22.800 neue Wohnungen zu ermöglichen. RPS hebt die Förderung von generationenübergreifenden Begegnungsstätten und kulturellen Einrichtungen hervor.

Durch die heutigen Entwicklungen und die vorausschauenden Planungen für den Wohnungsbau wird Stuttgart nicht nur den wachsenden Anforderungen an Wohnraum gerecht, sondern fördert auch aktiv die soziale und nachhaltige Stadtentwicklung. Die Umnutzung ehemaliger Gebäude, der Erhalt historischer Substanz und die Integration von sozialen Einrichtungen sind Facetten, die dabei eine zentrale Rolle spielen.