In Stuttgart-Stammheim wird derzeit ein innovatives Gemeindezentrum mit integrierter Kita errichtet, das nicht nur als modernes Bauprojekt, sondern auch als Vorreiter in der Verwendung von nachhaltigen Materialien gilt. Der Rohbau ist bereits abgeschlossen, und nun beginnt der deutschlandweit erste Holzbau mit Esche, ein Schritt, der sowohl ökologisch als auch architektonisch neue Maßstäbe setzt. Die Fertigstellung des Gebäudes, das Platz für 60 Kita-Kinder bieten wird, ist bis Ende des Jahres geplant. Der Neubau ersetzt eine alte Kita, die nicht mehr zeitgemäß war und lediglich 50 Kinder in zwei Gruppen beherbergen konnte.

Das neue Gebäude wird eine zweigeschossige Kita, Jugendräume im Sockelgeschoss sowie einen neuen Gemeindesaal umfassen. Im Keller bleibt zudem der Bandprobenraum der lokalen Rockband Krach erhalten, der unter einer neuen Tiefgarage liegt. Die Gesamtkosten des Bauprojekts belaufen sich auf 10,1 Millionen Euro, wovon 6,9 Millionen Euro für die Kita und 3,2 Millionen Euro für das Gemeindezentrum eingeplant sind. Besonders hervorzuheben ist, dass das Gebäude barrierefrei geplant wird und während der Bauzeit die Kinder in der Kita Franz von Assisi untergebracht sind.

Nachhaltigkeit im Fokus

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Verwendung von Esche im Holzbau, da dies Teil eines Projekts ist, das nach Alternativen zu Nadelhölzern sucht, die durch den Klimawandel immer knapper werden. Die Materialprüfungen für den Holzbau wurden an der Universität Stuttgart durchgeführt, um sicherzustellen, dass höchste Standards eingehalten werden. Der Innenausbau wird nach Abschluss des Holzbaus, der bis April 2026 abgeschlossen sein soll, folgen. Die Übergabe des Gebäudes ist für Ende des Jahres geplant.

Das Projekt wird vom Land Baden-Württemberg gefördert und erhält auch Unterstützung von der Europäischen Union. Um die Finanzierung des Neubaus zu sichern, muss die Gemeinde insgesamt 100.000 Euro an Spenden aufbringen. Der aktuelle Spendenstand liegt bei rund 30.000 Euro, und es sind bereits Fundraising-Aktionen für 2026 geplant, um weitere Unterstützung zu gewinnen.

Moderne Bauweisen und Herausforderungen

Die Herausforderungen, die mit der Schaffung neuer Wohnprojekte verbunden sind, sind nicht nur auf die Anforderungen an Kitas beschränkt. Gemeinden und Städte stehen auch vor der Notwendigkeit, schnell und wirtschaftlich umsetzbare Lösungen für die Unterbringung von Flüchtlingen zu finden. In diesem Kontext erweist sich der moderne Holzrahmenbau als besonders vorteilhaft, da er eine hohe Vorfertigung und effiziente Umsetzung ermöglicht. Viele Projekte in diesem Bereich wurden bereits bundesweit erfolgreich realisiert, und die Erfahrungen zeigen, dass solche Lösungen flexibel an verschiedene Vorgaben angepasst werden können (Brüggemann Holzbau).

Ein weiterer Vorteil von Holzbauprojekten, wie dem in Stuttgart-Stammheim, ist die positive Beeinflussung des Innenraumklimas. Der Einsatz von Holz sorgt für eine stabile relative Luftfeuchtigkeit, da Holzoberflächen die Feuchtigkeit puffern. Dies trägt zu einem behaglichen Raumklima bei, was besonders für Kitas von Bedeutung ist. Regelmäßige und kontrollierte Lüftung sorgt zudem dafür, dass überschüssige Feuchtigkeit abgeleitet wird und die Luftqualität in den Bildungsräumen verbessert wird (Finnholz).

Mit dem Neubau in Stuttgart-Stammheim zeigt sich, wie durchdachte Planung und moderne Bauweisen nicht nur den Bedürfnissen der Gemeinde gerecht werden, sondern auch einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten können. Die Kombination aus innovativer Architektur, nachhaltigen Materialien und einem klaren Fokus auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen macht dieses Projekt zu einem wegweisenden Beispiel für zukünftige Bauvorhaben.