In Waldenbuch steht die zukünftige Bebauung der Grundstücke in der Nürtinger Straße 11 und 15 seit vielen Jahren im Mittelpunkt von Diskussionen und Konflikten. Nun scheint eine Lösung des Tauziehens um den Eingang zur Altstadt näher zu rücken. Der Gemeinderat hat kürzlich eine Planungsvariante für das Areal in der Nürtinger Straße und Lange Steige festgelegt, die die grundsätzlichen Anforderungen für den Bebauungsplan umreißt. Auch wenn die Debatten über das Projekt seit 2018 andauern, hat der Rat nun mit zwei Gegenstimmen die Ausarbeitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans beschlossen, wie Stuttgarter Nachrichten berichtet.
Der Investor Ozean Horizont wurde beauftragt, einen Plan zu entwickeln, während die Gemeindeverwaltung eine Vereinbarung zur Kostenübernahme des Bebauungsplans vorbereiten soll. Geplant sind insgesamt vier Mehrfamilienhäuser, die zusammen 27 Wohneinheiten und 36 Pkw-Stellplätze, davon 29 in einer Tiefgarage, umfassen sollen.
Details zum Bebauungsplan
Im Zuge der Planung wurden im September 2025 bereits Änderungen gefordert, welche die Zusammenlegung zweier kleiner Dachwohnungen zu einer größeren Einheit sowie die Reduzierung der Stellplatzfläche vor der Tiefgarage betreffen. Zudem soll die Begrünung entlang der Wohngebäude erweitert und die Firsthöhe des „Haus C“ verringert werden. Mehrere Gemeinderäte forderten sogar eine zusätzliche Reduzierung der Firsthöhe und die Einbeziehung von Dachgauben.
Das geplante Gelände liegt im Geltungsbereich des „Erweiterten Altstadtkerns“, was die Einholung entsprechender Genehmigungen erforderlich macht. Bürgermeister Chris Nathan hebt hervor, dass die Entwicklung eine wertvolle Aufwertung des Eingangs zur Altstadt mit Qualität im Wohnungsbau darstellt. Bei den vorherigen Bemühungen, die in einen Bebauungsplan mündeten, fand eine Ablehnung statt. So hatte der frühere Bürgermeister Michael Lutz 2018 einen Bebauungsplan vorgeschlagen, der jedoch nicht umgesetzt wurde.
Regulatorische Anforderungen und Planungsschritte
Um ein Bauvorhaben wie dieses zu realisieren, sind folgende Aspekte entscheidend: Die Gehwegbreiten, Hangsicherung, Müllentsorgung sowie wasserrechtliche Vorschriften müssen noch in Abstimmung mit dem Investor geklärt werden. Laut umfis.de erfolgt die Bauleitplanung in Deutschland in einem zweistufigen Verfahren, wobei Flächennutzungspläne eine grobe Skizze der Bodennutzung bieten, während Bebauungspläne rechtsverbindliche Festlegungen für spezifische Bereiche darstellen. Die Verpflichtung, Bauleitpläne online zu veröffentlichen, besteht seit 2017 und fördert Transparenz in Planungsvorhaben.
Die Herausforderungen in der Städtebauplanung sind groß und betreffen Aspekten wie den demografischen Wandel und den Klimawandel. Umso wichtiger sind effektive Finanzierung, die Schulung von Mitarbeitenden und innovative Ansätze, um langfristig nachhaltige städtebauliche Entwicklungen zu verwirklichen. Die positive Entwicklung in Waldenbuch könnte ein Schritt in diese Richtung sein.