Der Ersatzneubau der Murrbrücke bei Marbach am Neckar ist ein bedeutendes Infrastrukturprojekt, das Anfang Juni 2026 startet. Wie RPS Baden-Württemberg berichtet, wird der Neubau unter einer Vollsperrung durchgeführt, die im Gegensatz zu den früheren Planungen nun eine deutlich effizientere Bauweise ermöglicht. Durch den Einsatz von Fertigbauteilen kann die Bauzeit auf etwa 75 Tage verkürzt werden, sodass die Arbeiten bis Mitte Oktober 2026 abgeschlossen sein sollen. Die Vollsperrung beginnt voraussichtlich Ende Juli 2026.
Die bestehende Murrbrücke wurde 1956 errichtet und weist altersbedingte Mängel auf. Der Zustand ist aufgrund von Spannungsrisskorrosion, Tonnagebeschränkungen und Lkw-Abstandsgeboten als ungenügend einzuschätzen – in der Zustandsnote erhält die Brücke eine 2,7, was einer Traglastindex IV entspricht. Um die bestehende Brücke zu ersetzen, wurde der Ersatzneubau als einzige tragfähige Lösung festgestellt, was auch im Rahmen des Brückenerhaltungsprogramms des Landes erfolgt. Bis 2030 sollen in der ersten Stufe bereits 60 Brücken im Regierungsbezirk Stuttgart ersetzt werden.
Kosten und Umweltschutz
Der Gesamtkostenrahmen für den Ersatzneubau inklusive der erforderlichen Anpassungen beträgt rund 9,5 Millionen Euro, die vollständig vom Land getragen werden. Verkehrsminister Winfried Hermann hebt hervor, dass die innovative Bauweise nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch den Naturraum schützt. Vor den Bauarbeiten werden zudem intensive Prüfungen zum Natur- und Hochwasserschutz durchgeführt.
Am 15. Februar 2026 finden außerdem Baumfällarbeiten statt, die zwischen 7:00 und 19:30 Uhr durchgeführt werden, um das Baufeld freizumachen. Für die Bürgerinnen und Bürger der Region ist eine Informationsveranstaltung vorgesehen, die für Ende April oder Anfang Mai 2026 geplant ist.
Details zur Baumaßnahme
Die Murrbrücke, die die L 1100 über die Murr führt und im Landkreis Ludwigsburg liegt, hat einen durchschnittlichen täglichen Verkehr (DTV) von 17.696 Fahrzeugen, wobei der Schwerverkehrsanteil bei etwa 4,2% liegt. Der Neubau beinhaltet eine Verbreiterung der Brücke auf vier Fahrstreifen, was eine deutliche Verbesserung der Verkehrssituation an dieser stark frequentierten Verkehrsader zur Folge haben wird. Die technische Ausführung tritt unter der Kennung cb396183-3257-4a3d-932d-49f0af77dd55 in Kraft, dabei wird ein Schnellbausystem verwendet, das es ermöglicht, die umweltrechtlichen Vorgaben zu berücksichtigen und gleichzeitig verkehrliche Anforderungen zu erfüllen.
Die Planung und Durchführung des Projekts fallen in die Hand des Regierungspräsidiums Stuttgart, das für Mobilität und Verkehr verantwortlich ist. Informationen über die aktuellen Straßenbaustellen sind auf der Internetseite der Straßenverkehrszentrale des Landes Baden-Württemberg einsehbar.
Weitere Einzelheiten zu den Ausschreibungen und den betreffenden Rahmenbedingungen können auf der Plattform Ausschreibungen Deutschland eingesehen werden. Dieser Ersatzneubau steht als Pilotprojekt für innovative Ansätze im Brückenbau und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit, bestehende Infrastrukturen zu modernisieren und gleichzeitig die Umwelt zu schonen.