Am Donnerstagabend, gegen 22:30 Uhr, kam es in Deizisau (Kreis Esslingen) zu einem erheblichen Vorfall im Coca-Cola Werk. Hier wurde Natronlauge in großen Mengen, geschätzt auf rund 11.000 Liter, ausgelaufen. Die Feuerwehr war bis in die frühen Morgenstunden des Freitags mit dem Auffangen und Umpumpen der Lauge beschäftigt. Ein Gefahrgutzug der Feuerwehr Esslingen wurde hinzugezogen, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Die Auslaufstelle befand sich in einer Halle im Verladebereich des Werkes. Glücklicherweise gab es keine Verletzten und auch keine Gefahr für die Bevölkerung, was in solchen Fällen eine wesentliche Entlastung darstellt. Bei dem Einsatz waren die Feuerwehren aus Deizisau und Esslingen mit 14 Fahrzeugen und rund 70 Einsatzkräften vor Ort. Der genaue Grund für das Auslaufen der Natronlauge, die im Werk zur Reinigung verwendet wird, ist jedoch noch unklar. Für weitere Informationen zu diesem Vorfall können Sie die Berichterstattung des SWR einsehen.

Eine interessante Verbindung zu diesem Vorfall besteht mit den aktuellen Herausforderungen, denen die Beschäftigten im Coca-Cola Werk gegenüberstehen. Am Dienstag, den 21. Oktober, sind die rund 320 Mitarbeiter des Standorts zu einem Warnstreik aufgerufen worden, da die Tarifverhandlungen mit Coca-Cola Deutschland gescheitert sind. Ähnliche Warnstreiks fanden bereits an anderen Standorten bundesweit statt. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert mehr Wertschätzung und faire Entgelte für die Belegschaft. Die NGG kritisiert das Angebot von Coca-Cola, das für 2025 eine Lohnerhöhung von lediglich 1,5 Prozent vorsieht und für 2024 keine Erhöhung plant, als „Provokation“. Zudem fordert die Gewerkschaft eine rückwirkende Vorweganhebung um 150 Euro sowie 5% mehr Lohn und 120 Euro mehr Ausbildungsvergütung pro Monat.

Die Hintergründe des Warnstreiks

Die NGG plant, den Druck in der Region Stuttgart zu erhöhen, sollten die Verhandlungen mit Coca-Cola nicht zu einem besseren Angebot führen. Die zweite Verhandlungsrunde findet am 10. November in Hamburg statt. Vor dem Werk wird zudem eine Streikkundgebung stattfinden, die um 13:30 Uhr beginnt, gefolgt von einem Demonstrationszug um 14:30 Uhr. Coca-Cola verteidigt sein Angebot als angemessen, unter Verweis auf eine Entgelterhöhung von rund 3,5 Prozent, die seit März 2025 umgesetzt wurde, sowie auf einen Inflationsbonus von netto 3000 Euro, der gewährt wurde. Das Unternehmen hebt hervor, dass die Tarifentgelte seit 2023 um 670 Euro pro Monat erhöht wurden und betont die Anerkennung der Leistungen der Belegschaft.

Sicherheitsaspekte im Umgang mit Chemikalien

Der Vorfall in Deizisau wirft auch ein Licht auf die Sicherheitsaspekte im Umgang mit Chemikalien und Gefahrstoffen. In der Vergangenheit gab es zahlreiche Beispiele für Unfälle, die durch unsachgemäßen Umgang mit solchen Stoffen verursacht wurden. Ein Beispiel ist der unsachgemäße Umgang mit Essigsäure, bei dem eine Mitarbeiterin aufgrund fehlender geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (PSA) Verätzungen an den Händen erlitt. Solche Vorfälle verdeutlichen die Notwendigkeit einer gründlichen Unterweisung im Umgang mit gefährlichen Stoffen sowie der Bedeutung angemessener Sicherheitsvorkehrungen.

Weitere Informationen zu Sicherheit und Unfallverhütung im Umgang mit Chemikalien können auf der BGN-Themenseite nachgelesen werden.