In der Gemeinde Korb wird derzeit intensiv über die Sicherung des Seeplatzes diskutiert. Der Fokus liegt insbesondere auf den Sicherheitsanforderungen an Absperrungen entlang von Straßen und Parkbuchten. Vor dem Hintergrund potenzieller Amokfahrer stellt sich die Frage nach der gesetzlichen und moralischen Verpflichtung der Gemeinde, geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Die Kosten für professionelle Sicherungselemente, wie etwa mobile Poller, bewegen sich oft im fünfstelligen Bereich pro Stück. Diese Thematik wurde bereits Ende 2025 im Gemeinderat behandelt, wo zunächst eine kostengünstige Dauerlösung in Aussicht gestellt wurde. Aktuell zeigt sich jedoch, dass die Situation komplexer ist als ursprünglich angenommen, was die Entscheidungsträger vor neue Herausforderungen stellt. Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich in einem Artikel der ZVW.

Detlev Schürmann, ein Experte für städtebauliche Kriminal-Prävention in Deutschland, hat betont, dass es keinen perfekten Schutz gibt. Dennoch sind Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit in Städten möglich. Er hat ein Zufahrtsschutzkonzept entwickelt, das sowohl für Veranstaltungen wie Volksfeste und Jahrmärkte als auch für die dauerhafte Absicherung von Quartieren konzipiert ist. Während die Bereitschaft der Kommunen zur Umsetzung solcher Schutzmaßnahmen hoch ist, gestaltet sich die Erstellung eines passgenauen Konzepts als herausfordernd. Eine intensive Gefahren- und Schwachstellenanalyse sowie die Zusammenarbeit mit der Polizei sind hierbei unerlässlich. Schürmann hebt die psychologische Wirkung von Barrieren wie schweren Pollern und Wassersäcken hervor, auch wenn sie in der Regel keinen echten Schutz bieten. In Münster wurden auf dem Außengelände eines Crashtest-Zentrums neue Modelle für effektive Sperrbarrieren vorgestellt, die die Straßen-Sicherheitsindustrie unterstützen. Die volkswirtschaftlichen Kosten durch Anschläge seit dem Attentat auf dem Breitscheid-Platz in Berlin 2016 bis März 2025 werden auf rund 72 Millionen Euro geschätzt, was die Dringlichkeit solcher Maßnahmen unterstreicht. Weitere Details zu diesen Entwicklungen finden Sie in einem Bericht des WDR.

Sicherheitsgefühl und Stadtplanung

Die Gestaltung des baulichen und infrastrukturellen Lebensumfeldes hat einen erheblichen Einfluss auf das Sicherheitsempfinden der Bürger sowie auf die Kriminalitätslage. Ein sicheres Gefühl trägt nicht nur zur Lebensqualität bei, sondern ist auch ein Grundbedürfnis der Bevölkerung. Die Stadt- und Landschaftsplanung spielt hierbei eine entscheidende Rolle und kann aktiv zur Kriminalitätsvorbeugung beitragen. Um effektiv zu sein, erfordert dies jedoch eine frühzeitige ressortübergreifende Zusammenarbeit aller relevanten Akteure sowie die Beteiligung der Bevölkerung.

Die Polizei kann sich in diesen Abstimmungsprozess einbringen, indem sie kriminalpräventive Empfehlungen in den Planungsphasen einbringt. Ziel ist es, Tatgelegenheitsstrukturen zu vermeiden und somit langfristig das individuelle Sicherheitsempfinden zu sichern. Informationen werden an verschiedene Akteure aus Architektur, Planung, Bau, Kommunen und Wohnungsbaugesellschaften gerichtet, um eine ganzheitliche Sicht auf Aspekte wie öffentliche und private Räume, Schulen, Kindertagesstätten und Spielplätze zu ermöglichen. Mehr zu diesem Thema finden Sie auf der Webseite der Polizei.