In Münster hat am 6. März das Richtfest für den Neubau der Margaretenschule stattgefunden. Der Rohbau des Erweiterungsgebäudes steht bereits, und die Arbeiten am denkmalgeschützten Schulgebäude laufen auf Hochtouren. Die Stadt hat sich entschieden, insgesamt 22,4 Millionen Euro in den Neubau sowie die energetische Sanierung zu investieren. Davon fließen 18,4 Millionen Euro in den Neubau und 4 Millionen Euro in die Sanierung des denkmalgeschützten Altbaus, einem ehemaligen Hochbunker.
Das Neubauprojekt beinhaltet im Erdgeschoss ein Forum und eine Mensa, während das Obergeschoss Lernräume beherbergt, die auf das pädagogische Konzept der Schuleingangsphase ausgerichtet sind. Hierbei wird besonders auf die Eigenverantwortung der Kinder geachtet, und es werden verschiedene Lernbedürfnisse berücksichtigt. In den neuen Räumlichkeiten werden zudem Themenräume für Kreativarbeit, MINT-Fächer und Sprachen eingerichtet. Mensa und Forum sind so konzipiert, dass sie multifunktional genutzt werden können. Ein barrierefreier Zugang zu den Lernräumen wird durch eine Verbindung zwischen Neu- und Altbau geschaffen.
Nachhaltigkeit im Fokus
Ein zentrales Anliegen bei diesem Neubau und der Sanierung ist das Thema Nachhaltigkeit. Die Bauweise sieht vor, recycelten Beton zu verwenden und das Gebäude über eine Erdwärmepumpe zu beheizen, was jährlich eine Einsparung von 32 Tonnen Kohlendioxid zur Folge hat. Zusätzlich wird das Dach des Neubaus mit einem Gründach und einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Der Altbau erhält neue Innendämmungen sowie Fußbodenheizungen in den Klassenräumen, um den energetischen Standard zu verbessern.
Die Erneuerung der gesamten Technik und der digitalen Ausstattung der Schule ist ebenfalls Teil des Projekts. Projektleiter Dirk Blanke hat betont, dass die Arbeiten am Neubau und an der Sanierung parallel verlaufen, mit einer Fertigstellung beider Gebäude bis Ende des Sommers. Der Umzug der Schule aus dem Ausweichquartier am Laerer Landweg zum neuen Standort am Brentanoweg ist für die Herbstferien vorgesehen.
Denkmalschutz und energetische Sanierung
Der Umbau des denkmalgeschützten Altbaus stellt eine besondere Herausforderung dar. Gemäß den Anforderungen des Denkmalschutzes müssen verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, um die energetische Effizienz zu erhöhen, ohne die historische Substanz zu gefährden. Einfache Reparaturen wie das Ausbessern der Verkittung und die Überarbeitung der Fenster werden häufig durchgeführt, haben jedoch meist nur einen geringen energetischen Nutzen. Umfassende Reparaturen, einschließlich des Austauschs von Glas und der Einfräsung von Dichtungen, führen zu besseren U-Werten und damit zu einer höheren Energieeffizienz. Der Austausch der Fenster kann dabei jedoch auch größere Eingriffe in die Bausubstanz erfordern, was mit den Denkmalschutzanforderungen in Einklang gebracht werden muss (Quelle).
Das Ziel der nachhaltigen Bauweise ist es, den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht zu werden. In Deutschland strebt man an, bis 2045 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Die Berücksichtigung von Ressourcenschonung, Gesundheitsschutz der Nutzer und die Einhaltung von Menschenrechten in der Lieferkette sind wesentliche Aspekte dieser Bestrebungen. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hat dazu verschiedene Instrumente entwickelt, um nachhaltiges Bauen zu fördern. Dazu gehört das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG), das die Erfüllung spezifischer Nachhaltigkeitsanforderungen voraussetzt (Quelle).