Die 112. Tour de France hat am 5. Juli 2025 in Lille begonnen und die ersten Highlights und Herausforderungen für die Fahrer bereithält. Unter den 184 Teilnehmern finden sich auch drei deutsche Debütanten: Florian Lipowitz, Marius Mayrhofer und Niklas Märkl. Diese Tour ist besonders bemerkenswert, da sie nach vier Jahren wieder in Frankreich startet. Jasper Philipsen aus Belgien krönte die erste Etappe mit einem Sieg und sicherte sich damit das begehrte Gelbe Trikot, eine Auszeichnung, die für Sprinter weniger häufig zu gewinnen ist.
Philipsen, der schon seinen zehnten Tagessieg feierte, bewies einmal mehr seine Sprintstärke und setzte sich gegen seine Mitbewerber Biniam Girmay und Sören Wärenskjold durch, die die Plätze zwei und drei belegten. Auf der anderen Seite mussten die deutschen Sprinter Pascal Ackermann und Phil Bauhaus ohne Platzierung auskommen, während Marius Mayrhofer den neunten Platz erreichte.
Schwacher Auftakt für Red Bull
Ein besonders unerfreulicher Tag erlebte das Team Red Bull – BORA – hansgrohe, das mit Primoz Roglic und Florian Lipowitz antrat. Roglic, der als Kapitän des Teams gilt, musste bereits 39 Sekunden auf die Favoriten Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard abgeben. Teamchef Ralph Denk bezeichnete die Leistung als nicht katastrophal, jedoch als verbesserungswürdig. Sportchef Rolf Aldag erklärte, dass das Team bewusst weniger Risiko eingegangen sei, was sich möglicherweise sofort auszahlte.
Lipowitz hingegen hatte zu Beginn der Etappe mit einem platten Reifen zu kämpfen, konnte aber schnell wieder zum Hauptfeld aufschließen. Der Sturz von Benjamin Thomas und Mattéo Vercher, die beide weiterfahren konnten, passierte inmitten eines turbulenten Rennverlaufs. Leider sahen sich Filippo Ganna und Stefan Bissegger gezwungen, die Tour aufgrund von Sturzfolgen vorzeitig zu beenden.
Roglics strategische Ausrichtung
Die Erwartungen an Primoz Roglic bleiben hoch. Nach seiner Rückkehr aus dem Giro d’Italia, wo er durch Stürze und ein späteres Aus nicht die Leistung abrufen konnte, konzentriert sich Roglic nun voll auf die Tour de France. Seine Entscheidung, nicht an der Tour de Suisse teilzunehmen, spiegelt sein Bestreben wider, unter optimalen Bedingungen in die Tour zu gehen. In der Vergangenheit hatte er bereits einige unangenehme Wendungen in großen Touren erlebt und setzt sich nun klare Ziele: Platzierungen in den Top 10 und im besten Fall um das Podium zu kämpfen.
Die fortschreitende Etappe am zweiten Tag wird die längste der Tour sein, mit 209,1 Kilometern zwischen Lauwin-Planque und Boulogne-sur-Mer. Mathieu van der Poel, der als Favorit für den Tagessieg gehandelt wird, könnte die Herausforderung annehmen und die Begeisterung um diese Tour weiter anheizen.