In der Bärenhütte in Filderstadt wurde ein Hantavirusbefall festgestellt, was zu sofortigen Maßnahmen führte. Die Räume der beliebten Wanderhütte sind nun gesperrt, und die Nutzung ist auf einen Unterstand im Freien beschränkt. Professor Dr. Jörg Latus, Chefarzt am Robert-Bosch-Krankenhaus, informiert über die Risiken und Symptome der Hantavirus-Infektionen.
Hantavirus-Infektionen können schwerwiegende Symptome hervorrufen. Betroffene fühlen sich sehr krank und leiden unter hohem Fieber, Kopfschmerzen, Schlappheit, Sehstörungen und Bauchschmerzen. Die Erkrankung heilt in der Regel folgenlos aus, jedoch sind Nierenschädigungen oft vorübergehend. Die Diagnose erfolgt durch Blutuntersuchungen und Schnelltests im Krankenhaus. Der Hantavirus wird von Rötelmäusen übertragen, deren Urin und Kot den Virus enthalten. Die Infektion passiert durch Einatmen von Staub, der mit dem Virus kontaminiert ist. Daher sind Vorsichtsmaßnahmen dringend empfohlen: Benutzer sollten darauf achten, Schuhe nicht auszuklopfen, feuchte Reinigungsmethoden nutzen und beim Reinigen eine Maske tragen.
Umfangreiche Problematik der Hantavirus-Infektionen
Hantavirus-Erkrankungen sind in Deutschland regional unterschiedlich verbreitet. Besonders in Nordwest-, West- und Süddeutschland treten Infektionen auf, wobei besondere Regionen wie die Schwäbische Alb, das Münsterland, der Teutoburger Wald und andere betroffen sind, wie infektionsschutz.de berichtet. Auch städtische Gebiete verzeichnen gehäufte Fälle. Die Brandmaus ist in Nord-, Nordost- und Ostdeutschland zu finden und ebenfalls Überträger von Hantaviren.
Besonders gefährdete Personen sind in Risikogebieten bei Tätigkeiten in der Forstwirtschaft, im Bauwesen oder beim Aufenthalt in Reinigung von Schuppen, Ställen und Häusern mit Nagetieren. Aktivitäten im Freien wie Gartenarbeit, Jagen oder Zelten können ebenfalls das Risiko erhöhen.
Prävention und Aufklärung
Die Bärenhütte in Filderstadt ist seit 2014 nur eingeschränkt nutzbar, da Vandalismus und Wasserschäden zur Schließung führten. Mäuse haben sich in der Hütte eingenistet, und ihre Hinterlassenschaften sind nachweisbar. Eine regelmäßige Reinigung wäre unverhältnismäßig, und aktuell gibt es keine Pläne oder Finanzierung für einen Umbau der Hütte. Dies stellt ein zusätzliches Risiko für die Besucher dar, wenn die Hütte nicht adäquat gesichert ist.
Das Robert Koch-Institut (RKI) bietet in seinen Ratgebern Informationen über Hantaviren und deren gefährliche Eigenschaften. Nach Angaben des RKI sind Hantaviren weltweit verbreitet und verursachen in Deutschland hauptsächlich Infektionen mit dem Puumalavirus (PUUV). Infektionen mit PUUV stellen den größten Anteil der gemeldeten Erkrankungen dar. Die durchschnittliche jährliche Inzidenz von Hantavirus-Infektionen liegt zwischen 1 und 2,5 Fällen pro 100.000 Einwohner, mit einem Höhepunkt alle zwei bis drei Jahre in bestimmten Regionen. Für weitere Informationen und aktuelle Fallzahlen empfiehlt sich der Besuch der RKI-Website.
In Anbetracht der aktuellen Situation ist es wichtig, die notwendigen Schutzmaßnahmen zu kennen und zu verbreiten, um potenzielle Hantavirus-Infektionen zu verhindern und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.