Die katholischen Pfarrgemeinden St. Peter und Paul Bad Soden-Salmünster, St. Franziskus Romsthal-Marborn, Mariä Himmelfahrt Wächtersbach mit Herz-Jesu Schlierbach sowie Mariae Heimsuchung Birstein stehen vor einer bedeutenden Veränderung: Sie planen einen Zusammenschluss, der zum 1. Januar 2027 Realität werden soll. Diese Fusion ist Teil eines umfassenden Neugestaltungsprozesses innerhalb des Bistums Fulda, das angestrebt, bis 2030 die Anzahl seiner Pfarreien auf nur noch 28 zu reduzieren.
Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig: sinkende Gläubigenzahlen, weniger finanzielle Mittel und ein abnehmendes Kontingent an Priestern. Die katholische Kirche in Deutschland steht vor dem Hintergrund von rund 19,8 Millionen Mitgliedern im Jahr 2024 vor langfristigen Herausforderungen, wie Statista berichtet. In den Südregionen ist der katholische Glauben weiterhin stark verwurzelt, während andere Bundesländer, insbesondere im Norden, eine vorwiegend protestantische Prägung aufweisen.
Neugründung der Pfarrei 23
Pfarrer Michael Sippel, der den Pastoralverbund „Guter Hirte – Vogelsberg-Kinziggrund“ leitet, sprach von einer Neugründung, die unter dem Namen Pfarrei 23 firmieren wird. Die Steuerungsgruppe hat bereits ihre Arbeit aufgenommen und plant, die Gemeinden aktiv in die Namensfindung einzubeziehen. In den kommenden Tagen wird zudem eine Ideensammlung für den neuen Pfarreinamen gestartet, um die Identität der neuen Pfarrei zu stärken.
Für das Patrozinium der neuen Pfarrei sollen Vorschläge bis zum 18. Februar 2024 eingereicht werden. Diese Vorschläge müssen bestimmte Kriterien erfüllen, darunter die Nennung eines Heiligen oder einer Ortsbezeichnung. Die Steuerungsgruppe wird die eingegangenen Vorschläge vorsortieren, bevor sie zur Wahl an die Verwaltungs- und Pfarrgemeinderäte weitergeleitet werden.
Gemeinsame Initiativen und Herausforderungen
Das Bistum Fulda ist somit gezwungen, sich den veränderten gesellschaftlichen, personellen und finanziellen Rahmenbedingungen anzupassen. Ein zentraler Aspekt dieser Neugestaltung ist die Bestrebung, die evangelischen Werte des Glaubens unter den bestehenden Herausforderungen weiterhin zu vermitteln. Die Strukturveränderungen sollen schrittweise erfolgen, wobei jede Pfarrei in ihrem eigenen Tempo gegründet wird, wie die Seite der pfarreientwicklung.bistum-fulda.de hervorhebt.
In dem künftigen Pfarreigebiet sind mehr als 9.000 Katholiken betroffen, welche sich über eine Fläche von 223 Quadratkilometern erstrecken. Zu den betroffenen Städten und Gemeinden zählen Bad Soden-Salmünster, Wächtersbach, Steinau, Büdingen, Birstein, Brachttal und Freiensteinau. Die Neugründung wird extern von Pfarrer Peter Göb, Gemeindereferentin Mechtild Lotz und Thomas Schreiner begleitet. Ein Vertrag zur gemeinsamen Neugründung wurde bereits unterzeichnet.
Die Kirchensteuer bleibt währenddessen ein zentraler finanzieller Faktor für die katholische Kirche, auch wenn die Mitgliederzahlen seit 1990 kontinuierlich gesunken sind. Trotz der hohen Austrittszahlen bleibt die katholische Kirche finanziell stabil, was durch die Kirchensteuereinnahmen im Jahr 2024 von etwa 6,6 Milliarden Euro belegt wird. Diese Einnahmen sind für die sozialen und gesellschaftlichen Engagements der Kirchen von großer Bedeutung.
Die anstehende Fusion und Neugründung der Pfarrei 23 stellt also nicht nur eine strukturelle, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung für die katholische Gemeinschaft im Bistum Fulda dar. Die nächsten Schritte hängen dabei stark von der aktiven Mitgestaltung und der Beteiligung der Gemeinden ab, während die katholische Kirche weiterhin ihre Rolle in einem sich wandelnden gesellschaftlichen Kontext sucht.