Am 4. Juli 2025 findet heute am Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster eine Verhandlung über den Neubau der Lennebrücke an der B236 in Nachrodt statt. Kläger Christian v. L., ein Anrainer sowie Grundstücksbesitzer, erhebt dabei mehrere Vorwürfe gegen den Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Arnsberg, der im August 2024 gefasst wurde. In seiner Klage macht er geltend, dass die Planung nicht erforderlich sei, da die alte Lennebrücke noch nutzbar ist.

Ein weiterer Punkt der Klage bezieht sich auf vermeintlich veraltete Gutachten, die dem Beschluss zugrunde liegen. Der Kläger bemängelt auch eine unzureichende Variantenprüfung, Rechtsfehler in Bezug auf die Umwelt- und Artenschutzprüfung und eine falsche Einschätzung der Eingriffe in seine Rechtsgüter. Des Weiteren könnte die geplante Trassenführung denkmalgeschützte Straßen zerstören, was die Bedenken des Klägers verstärkt.

Hintergrund zur Lennebrücke

Die Lennebrücke ist seit Jahren in einem maroden Zustand und nur einspurig befahrbar, wobei eine Ampelanlage den Verkehr regelt. Insbesondere zu Stoßzeiten kommt es häufig zu langen Rückstaus. Im Februar 2024 wurde die Brücke nach Hochwasserschäden an den Brückenpfeilern vollständig gesperrt, was zu einer Trennung des Verkehrs in Nord- und Südteil von Nachrodt führte. In dieser Zeit errichtete das Technische Hilfswerk (THW) eine Behelfsbrücke für Fußgänger.

Der NRW-Landesverkehrsminister Oliver Krischer besuchte die gesperrte Brücke und erhielt dafür Kritik aufgrund der langen Verzögerungen im Bauprozess. Der Neubau der Brücke ist nun Teil eines umfassenden Planfeststellungsverfahrens, das am 23. August 2024 abgeschlossen wurde. An den Planungen sind neben dem Landesbetrieb Straßen NRW auch diverse örtliche Verkehrsträger beteiligt, um die verkehrliche Situation zu verbessern.

Zukünftige Pläne und Herausforderungen

Die bestehende Lennebrücke bietet nur im Einrichtungsverkehr eine Nutzung und kann nicht saniert werden, während der Verkehr läuft. Eine langfristige Vollsperrung des Lennetals ist aufgrund der hohen Verkehrsbelastungen und umgeleiteten Strecken nicht umsetzbar. Die geplante neue Trassenlage soll die verkehrliche Situation an der Ehrenmalstraße und der Sparkasse optimieren, indem eine scharfe 90-Grad-Kurve beseitigt wird.

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Zusätzlich sind neue getrennte Rad- und Gehwege sowie drei weitere Querungshilfen vorgesehen. Die Planung sieht auch vor, die Bushaltestelle neu zu gestalten, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Ein Rückbau der bestehenden Brücke und der Neubau in der Nähe des östlichen Lenneufers sollen Abflussbehinderungen verringern und die Barrierewirkung auf gewässergebundene Tierarten reduzieren. Gas- und Abwasserleitungen sollen durch zwei Dükeranlagen unter der Lenne geleitet werden.

Der Baubeginn wird voraussichtlich erst in zwei bis drei Jahren nach der Bestandskraft des Planfeststellungsbeschlusses möglich sein. Der gesamte Entwurf könnte bis zu anderthalb Jahre in Anspruch nehmen, bevor er die Ausschreibungsreife erreicht. Bürgermeisterin Birgit Tupat zeigte sich erfreut über den schnellen Abschluss des Verfahrens, hatte jedoch mit einer Entscheidung erst Anfang 2025 gerechnet. Die Zuschauer bei der heutigen Verhandlung, einschließlich der Bürgermeisterin und Vertreter verschiedener Ratsfraktionen, werden gespannt auf die Entscheidung warten.

Weitere Details zur Verhandlung und den anstehenden Plänen für die Lennebrücke sind in den Berichten von Lokalstimme und Come-On zu finden.