Am heutigen Tag, dem 16.02.2026, fand in Hohenstadt der feierliche Spatenstich für das größte Autobahnprojekt in Baden-Württemberg statt: den sechsstreifigen Ausbau der A8 zwischen Mühlhausen und Hohenstadt. Anwesend waren zahlreiche hochrangige Vertreter, darunter Bundesminister Thorsten Frei, Ministerpräsident Winfried Kretschmann sowie Dr. Michael Güntner von der Autobahn GmbH. Dieses Mammutprojekt wird die bislang getrennten Trassen der A8 zusammenführen und ist mit Kosten von etwa 1,4 Milliarden Euro veranschlagt. Die Fertigstellung ist für 2031/2032 geplant, und die neue Strecke wird um 3,8 Kilometer kürzer sowie flacher, mit einer maximalen Steigung von 3,5% anstelle von 6,3%.
Die alte Strecke nach Gosbach wird zudem umfunktioniert und als touristischer Radweg nutzbar gemacht. Patrick Schnieder, der Bundesminister für Verkehr, hob die bedeutende Rolle der schnellen Umsetzung des Projekts hervor. Thorsten Frei bezeichnete es als Teil einer umfassenden Infrastrukturoffensive, die zahlreiche Bauprojekte in Deutschland umfasst. Dr. Michael Güntner betonte die technischen Herausforderungen, die mit dem Ausbau einhergehen, und den Beitrag zur europäischen Verkehrsachse. Christine Baur-Fewson nannte die Vorteile des Projekts, darunter mehr Verkehrssicherheit sowie eine Reduzierung von Lärm und Emissionen. Ministerpräsident Kretschmann sah das Projekt als Schlüssel für die Wirtschafts- und Mobilitätsstandorte in Baden-Württemberg.
Der Neubau der A8-Brücke
Im Rahmen des Projekts wird auch die A8-Brücke in Fahrtrichtung Ulm über die B466 bei Mühlhausen ersetzt. Diese Brücke, die 1939 errichtet wurde, kann aus technischen Gründen nicht weiter ertüchtigt oder saniert werden. Der offizielle Spatenstich für den Neubau fand ebenfalls heute statt. Die Baukosten für den Ersatz belaufen sich auf 6,9 Millionen Euro. Geplant ist der Bau von zwei neuen Brücken, wobei der Bau unter laufendem Verkehr stattfinden wird. Zunächst wird eine behelfsmäßige Stahlbrücke parallel zur bestehenden Brücke errichtet, die etwa ein halbes Jahr in Anspruch nehmen wird.
Nach Inbetriebnahme der Behelfsbrücke kann die alte Brücke abgebrochen werden, und der eigentliche Neubau wird voraussichtlich zehn Monate in Anspruch nehmen. Die neue Brücke wird als Stahlverbundkonstruktion ausgeführt und nutzt zahlreiche Fertigteilkonstruktionen zur Verkürzung der Bauzeit. Die Autobahn GmbH Niederlassung Südwest, die seit dem 1. Januar 2021 für 1.050 Autobahnkilometer verantwortlich ist, sieht in diesem Neubau eine dringende Notwendigkeit, die bis zur Fertigstellung des Albaufstiegs, voraussichtlich 2032, umgesetzt werden muss.
Herausforderungen der Infrastruktur
Das Mammutprojekt kommt in einer Zeit, in der der Mobilitätsmonitor 2025 eine Unzufriedenheit mit der Infrastruktur in vielen Regionen zeigt. Besonders die A8 bei Pforzheim stellt ein zentrales Nadelöhr für Pendler dar. Verkehrsminister Winfried Hermann kritisierte die finanziellen Einsparungen bei Erhalt und Sanierung von Straßen und Schienen. Die Finanzknappheit führt dazu, dass 74 Autobahnplanungen ohne zusätzliche Mittel ins Stocken geraten könnten. Es zeigt sich also, dass trotz geplanter Projekte wie dem Albaufstieg eine klare Prioritätensetzung und Aufstockung der Mittel nötig sind, um die Mobilität in Baden-Württemberg nachhaltig zu verbessern.
Insgesamt verdeutlicht der sechsstreifige Ausbau der A8, wie dringlich die Notwendigkeit ist, in die Infrastruktur zu investieren. Die Bürger sind bereit, höhere Staatsschulden für Verbesserungen zu akzeptieren, was die Dringlichkeit der Thematik unterstreicht. Sichtbare Fortschritte hängen jedoch von klaren Prioritäten und zügigen Genehmigungen ab, um den Pendlern und Reisenden in der Region eine verlässliche Mobilität zu gewährleisten.