Am 27. Januar 2026 stehen in Thüringen zahlreiche Veranstaltungen an, die Kulturinteressierte und Familien gleichermaßen ansprechen. Unter anderem findet im Heinrich-Schütz-Haus in Bad Köstritz eine musikalische Museumsrunde statt. Hier wird ab 14 Uhr über den berühmten Künstler und Bildschnitzer Tilman Riemenschneider berichtet, während eine Kaffeetafel für das leibliche Wohl sorgt. Der Eintritt beträgt 7 Euro.

Riemenschneider, geboren um 1460 in Heiligenstadt, ist eine zentrale Figur der deutschen Kunstgeschichte. Er gilt als einer der bedeutendsten Künstler am Übergang von der Spätgotik zur Renaissance. Das Werk dieses außergewöhnlichen Bildhauers umfasst vor allem religiöse Altäre und Skulpturen, die in vielen Kirchen und Museen rund um Würzburg zu finden sind. Zu seinen bekanntesten Kunstwerken zählt der Heilig-Blut-Altar in Rothenburg ob der Tauber, der bis heute als Meisterwerk seiner Zeit gilt.

Vielfältige Veranstaltungen

Am 28. Januar können die Bürger von Gera eine Reisereportage von Tobias Schorcht über Patagonien besuchen. Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr und der Eintritt beträgt 15 Euro. Ebenfalls an diesem Tag ist in Braunichswalde ein Vortrag über Permakultur geplant, der um 17:30 Uhr in der Gemeindeverwaltung startet. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung wird jedoch empfohlen.

Am 29. Januar haben die Besucher in Gera die Möglichkeit, an einem Vortrag über Heinrich Posthumus im Stadtmuseum teilzunehmen. Auch ein Faschingskonzert steht auf dem Programm im Theaterzelt Altenburg sowie in der Theater Gera an diesem Tag. Die Karten sind ab 19 Euro erhältlich. In der Stadtbibliothek von Hermsdorf finden „Hermsdorfer Gespräche“ mit Knuth Baumgärtel statt; der Eintritt ist frei, jedoch werden Spenden erbeten.

Besonders für Familien geeignet ist die Veranstaltung „Vorlesezauber Märchen am Samowar“, die am 29. Januar in der Stadbibliothek Altenburg stattfindet. Hier sind Kinder ab 4 Jahren herzlich eingeladen, ab 16 Uhr eine Stunde lang in die Welt der Märchen einzutauchen. Der Eintritt ist ebenfalls frei.

Ein politischer Künstler

Riemenschneider war nicht nur als Bildhauer tätig, sondern auch politisch engagiert. Er war über zwei Jahrzehnte im Unteren Rat von Würzburg aktiv und wurde in den Jahren 1520 bis 1524 zum Bürgermeister gewählt. Während des Deutschen Bauernkriegs 1525 schloss er sich den aufständischen Bauern an, was zu seiner Inhaftierung nach der Niederlage der Revolte führte. Nach der Zahlung eines Teils seines Vermögens wurde er freigelassen, zog sich jedoch daraufhin ins Privatleben zurück und lebte bis zu seinem Tod 1531 zurückgezogen in Würzburg.

Sein Lebenswerk und die Bedeutung Tilman Riemenschneiders wurden erst im 19. Jahrhundert wiederentdeckt. Gedenktafeln, Schulen und sogar ein nach ihm benannter Asteroid zeugen von seinem bleibenden Einfluss auf die Kunst und Kultur in Deutschland. Ausstellungen und weitere Veranstaltungen über sein Schaffen lassen die Erinnerung an diesen bedeutenden Künstler lebendig bleiben, wie auch die anstehenden Aktivitäten in Thüringen. Die Ausstellung „Gesichter der Wismut“ im Wismutmuseum in Posterstein sowie die Sonderschau zu Biomineralien in der Mineralogischen Sammlung Jena, die bis 6. Mai zu sehen ist, ergänzen das kulturelle Angebot.