In Möhringen gibt es zurzeit einige Unruhe um die Geldautomaten der Volksbank. Ältere Kunden beklagen sich über das Abschalten eines Geldautomaten in der örtlichen Filiale, was das Bargeldabheben für sie umständlicher macht. Die nächsten Geldautomaten der Volksbank sind nun in Tuttlingen oder Immendingen zu finden. In Sichtweite der Volksbank hat die Sparkasse zwar eine Filiale, wo Volksbank-Kunden Bargeld abheben können, jedoch kostet diese Abhebung 4,95 Euro. Eine kostenlose Nutzung der Sparkassen-Geldautomaten für Volksbank-Kunden ist nicht möglich, da dies nicht vermittelbar wäre. Die Sparkasse hatte zwar einen Vorschlag zur gemeinsamen Nutzung der Geldautomaten gemacht, doch zu einer Einigung kam es nicht. Weitere Gespräche zwischen Volksbank und Sparkasse über eine mögliche Zusammenarbeit fanden nicht statt.
Die Volksbank selbst berichtet von kaum Beschwerden über die Abschaltung des Geldautomaten. Vorstandsvorsitzender Rainer Fader erklärt, dass die Kunden im Großen und Ganzen Verständnis für die Entscheidung zeigen. Ein 82-jähriger Kunde merkt an, dass er die Aufregung nicht versteht, da man für Einkäufe ohnehin den Ort verlassen müsse. Außerdem können Möhringer im Netto im Gewerbegebiet Gänsäcker kostenlos Bargeld abheben. Trotz der aktuellen Situation hat die Volksbank keine Kontokündigungen oder Übertragungen an andere Banken aus Möhringen verzeichnet, während die Sparkasse vermehrt Anfragen von Möhringer Bürgern zu Kontomodellen und Girokonten registriert und eine steigende Zahl von Bargeldabhebungen durch Volksbank-Kunden verzeichnet.
Zugang zu Bargeld in Deutschland
Im Kontext dieser lokalen Entwicklungen ist es wichtig, den Zugang zu Bargeld in Deutschland zu betrachten. Laut der Bundesbank ist der Zugang zu Bargeld in Deutschland weitgehend gesichert, trotz eines Rückgangs an Geldautomaten und Bankfilialen. Die Mehrheit der Bevölkerung kann einen Geldautomaten oder einen Bankschalter innerhalb von fünf Kilometern erreichen. Aktuelle Umfragen zeigen, dass 96% der Befragten Geldautomaten für Bargeldabhebungen nutzen und 78% des insgesamt abgehobenen Bargelds an Geldautomaten bezogen wird. Der Anteil derjenigen, die es als schwierig empfinden, zu einem Geldautomaten oder Bankschalter zu gelangen, ist jedoch von 6% im Jahr 2021 auf 15% im Jahr 2023 gestiegen.
Die durchschnittliche Entfernung zum nächsten Geldautomaten oder Bankschalter beträgt etwa 1,4 Kilometer, was einer Fahrzeit von rund drei Minuten entspricht. In städtischen Gebieten ist der Zugang besser, da die nächsten Abhebeorte im Durchschnitt nur 1,1 Kilometer entfernt sind, während die ländliche Bevölkerung oft 1,9 Kilometer zurücklegen muss. Dennoch wohnen 90,3% der ländlichen Bevölkerung innerhalb von fünf Kilometern von einem Geldautomaten oder Bankschalter, was den Zugang zu Bargeld weiterhin als relativ gut bewertet.
Ausblick auf die Bargeldinfrastruktur
Die Bundesbank setzt sich aktiv für die Aufrechterhaltung einer intakten Bargeldinfrastruktur ein, um die Wahlfreiheit zwischen Bargeld und digitalen Zahlungsmitteln zu gewährleisten. Trotz des Rückgangs der Geldautomaten, der von 59.000 im Jahr 2018 auf etwa 51.000 gesunken ist, bleibt die Verfügbarkeit von Bargeld in Deutschland insgesamt gut, wie auch die Studie der Bundesbank zeigt.
Die geografische Verfügbarkeit von Abhebeorten hat sich zwischen 2021 und 2023 moderat verschlechtert, dennoch wohnen 95,3% der Bevölkerung höchstens fünf Kilometer von einem Bargeldbezugspunkt entfernt. Lediglich etwa 0,3% müssen mehr als zehn Kilometer zurücklegen, um einen Geldautomaten oder Bankschalter zu erreichen. In Großstädten beträgt die Distanz im Durchschnitt nur 0,9 Kilometer.
Die Situation in Möhringen ist somit ein Teil eines größeren Trends und zeigt, dass der Zugang zu Bargeld in Deutschland trotz Herausforderungen weiterhin gewährleistet ist, während lokale Umstände die Wahrnehmung und Nutzung von Bargeld beeinflussen können.