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In Möhringen wird am Samstag, den 28. Februar 2026, ein Kapitel der Backkultur geschlossen: Das Bäckereicafé „Das Backparadies“ wird seine Türen für immer schließen. Diese Entscheidung betrifft nicht nur die Stammkundschaft, sondern auch die zahlreichen Mitarbeiter, die über Jahre hinweg Teil dieses Familienunternehmens waren. Die Inhaber Heidemarie Monese und ihr Mann Moritz haben das Café über Jahrzehnte geführt und sind in der Region bekannt und geschätzt. Eine langjährige Mitarbeiterin, Sibylle Elsner, hat ebenfalls einen großen Teil ihrer beruflichen Laufbahn hier verbracht. Heidemarie Monese äußerte, dass sie keine Zeit habe, als nach ihr gefragt wird, was die hektische Situation verdeutlicht, in der sich das Unternehmen befindet. Weitere Informationen zur Schließung finden Sie in einem Artikel der Esslinger Zeitung.

Die Schließung von „Das Backparadies“ ist Teil eines größeren Trends, der die Bäckereibranche in Deutschland betrifft. Der Rückgang traditioneller Bäckerbetriebe wird durch zahlreiche wirtschaftliche Herausforderungen verstärkt. Ein besonders eindrückliches Beispiel ist die Traditionsbäckerei Mäschle in Laupheim, die seit April insolvent ist und am 1. Oktober alle Filialen geschlossen hat. Insolvenzverwalter Florian Schiller betreut das gescheiterte Verfahren, das durch Corona-bedingte Schließungen und steigende Rohstoff- sowie Energiekosten in eine Schieflage geraten ist. Trotz anfänglicher Umsatzsteigerungen konnte das Unternehmen nicht aus der finanziellen Krise herauskommen. Christian Mäschle hatte sogar einen Investitionsplan erarbeitet, um die Bäckerei mit fast allen Mitarbeitern und sechs der 14 Filialen weiterzuführen, doch am 30. September erhielt er die Nachricht, dass die Bäckerei am nächsten Tag nicht mehr öffnen würde. Details zur Schließung finden Sie in einem Artikel auf Merkur.de.

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Ein Rückblick auf die Branche

Die Zahl der traditionellen Bäckerhandwerksbetriebe nimmt kontinuierlich ab, während Großfilialisten und die Brotindustrie zunehmend dominieren. Die Ergebnisse des ersten „Bäckerei-Monitors“ von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Hans-Böckler-Stiftung zeigen, dass der Gesamtumsatz der Branche im Jahr 2023 auf 21,8 Milliarden Euro gestiegen ist, während die Zahl der Betriebe in den letzten zehn Jahren um knapp 30 Prozent gesunken ist. Etwa 20.000 Arbeitsplätze gingen in diesem Zeitraum verloren, und der Anteil an Teilzeitbeschäftigten steigt auf fast 40 Prozent. NGG-Vorsitzender Guido Zeitler sieht hierin eine besorgniserregende Verschiebung hin zu weniger stabilen Arbeitsverhältnissen.

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Zusätzlich ist der Anstieg der Auszubildenden im Bäckerhandwerk erfreulich: Im letzten Jahr gab es ein Plus von knapp 11 Prozent bei Bäckern und über 22 Prozent bei Fachverkäufern. Dennoch möchten weniger als die Hälfte der Auszubildenden nach der Lehre im erlernten Beruf bleiben. Dies ist ein weiteres Zeichen für die Herausforderungen, mit denen die Branche konfrontiert ist. Ein umfassenderer Umgang mit den Bedürfnissen der Beschäftigten ist notwendig, um die Attraktivität des Bäckerhandwerks zu erhöhen und die Menschen in ihrem Beruf zu halten. Weitere Informationen hierzu finden Sie in einem Artikel auf fr.de.