Am 20. Februar 2026 wird Angela Merkel, die ehemalige Vorsitzende der CDU und Bundeskanzlerin, an einem Parteitag ihrer Partei in Stuttgart teilnehmen. Dies ist ihr erstes Erscheinen auf einem Parteitag seit ihrer Kanzlerschaft, nachdem sie Einladungen zu den Bundesparteitagen 2022 und 2024 abgelehnt hatte. Ihr Besuch wird als Ehrengast bis zur Wahl des Parteivorsitzenden erwartet und könnte einen bedeutenden Einfluss auf die Stimmung unter den Delegierten haben. Friedrich Merz, der sich um seine Wiederwahl als Parteivorsitzender bemüht, wird in dieser Zeit ebenfalls im Fokus stehen. Merkels Anwesenheit soll den Merkelianern in der Partei signalisieren, für Merz zu stimmen, der in der Vergangenheit jedoch mit Unzufriedenheit über seine mangelnde Reformambition konfrontiert wurde.

Die Wichtigkeit von Geschlossenheit innerhalb der Partei wird vor den anstehenden Wahlen besonders betont, doch es wird auch eine klare Ambition gefordert. Angela Merkel und Friedrich Merz hatten in der Vergangenheit ein angespanntes Verhältnis, was die Dynamik auf dem Parteitag zusätzlich interessant macht. Während Merkel Merz zur Kanzlerschaft gratulierte, kritisierte sie auch seine Ansätze zur Migrationswende. Diese komplexe Beziehung wird am Parteitag am 20. Februar 2026 auf die Probe gestellt, zumal Merz bei seiner letzten Wahl knapp 90 Prozent der Stimmen erhielt.

Merkels Rückkehr und der Parteitag

Merkels Teilnahme wird als ein richtungsweisender Moment für die CDU angesehen. Ihr letzter physischer Auftritt auf einem Parteitag fand 2019 in Leipzig statt; der letzte Parteitag während ihrer Kanzlerschaft wurde 2021 digital durchgeführt. Nach ihrem Rückzug aus der politischen Bühne im Dezember 2021, als Olaf Scholz sie als Bundeskanzlerin ablöste, hat Merkel ihre Stimme in der politischen Arena deutlich zurückgehalten. Ihre Rückkehr wirft Fragen auf: Welche Botschaften wird sie senden? Und wie wird die Parteibasis auf ihre Anwesenheit reagieren?

Der anstehende Parteitag ist nicht nur eine Gelegenheit für Merz, sich zu präsentieren und seine Position zu festigen, sondern auch für die CDU, sich als geschlossene Kraft vor den Wahlen zu positionieren. Die Parteispitze hat in der Vergangenheit Vorschläge abgelehnt, die möglicherweise die Wahlkämpfer in den Ländern belastet hätten. Diese Taktik verdeutlicht, dass Geschlossenheit alleine nicht ausreicht – die CDU benötigt auch klare Ambitionen und Reformen, um für die Wähler attraktiv zu bleiben.

Ein Blick in die Zukunft

Die politische Landschaft in Deutschland ist im ständigen Wandel. Die CDU steht vor der Herausforderung, sich neu zu definieren und die Wähler zu gewinnen. Merkels Rückkehr könnte hierbei ein entscheidender Faktor sein. Ihr Einfluss auf die Delegiertenstimmung könnte Merz helfen, sich gegen die Unzufriedenheit der ehemaligen Merzianer durchzusetzen. Sollte Merkel ihre Unterstützung für ihn klar zum Ausdruck bringen, könnte dies der CDU den notwendigen Rückenwind geben, um sich auf die kommenden Wahlen vorzubereiten.

Der Parteitag in Stuttgart könnte somit nicht nur für Merz eine entscheidende Weichenstellung darstellen, sondern auch für die gesamte CDU. In einem politischen Klima, das stark von Veränderungen geprägt ist, wird die Frage nach der Zukunft der Partei mehr denn je aktuell. Die kommenden Wochen werden entscheidend dafür sein, wie die CDU sich aufstellt und welche Rolle Angela Merkel dabei spielen wird.