Die Stadt Markgröningen im Kreis Ludwigsburg plant den Ausbau der Windkraft im dafür ausgewiesenen Vorranggebiet LB-14 bei Unterriexingen. Im Gegensatz zu vielen anderen Orten im Kreis gibt es in Markgröningen bislang kaum nennenswerte Proteste gegen das Windradprojekt. Bürgermeister Jens Hübner zeigt sich optimistisch und unterstützt die Initiative, da der Standort gut begründet sei und kein Eingriff in die Waldflächen vorgesehen ist. Die geplante Windenergieanlage könnte jährlich etwa 12 bis 13 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren, was rund 3000 Haushalte versorgen würde.

Der Gemeinderat hat dem Projekt bereits zugestimmt, bevor eine formelle Bürgerinformation stattfand. Diese umfassende Bürgerinformation ist für Ende Februar 2026 angesetzt. Im Rahmen dieser Veranstaltung sollen auch genossenschaftliche Modelle vorgestellt werden, um Einnahmen für die Stadt und die Bürger zu generieren. Thomas Kiwitt, der Leiter der Planung beim Verband Region Stuttgart, verweist darauf, dass Windenergieprojekte in dicht besiedelten Gebieten häufig mit hohen Hürden verbunden sind.

Herausforderungen für Windkraftprojekte

<p-Aktuell sind in dem Kreis für sieben der insgesamt 20 Vorranggebiete Windräder in Planung. Der neue Regionalplan, der Ende März 2026 erwartet wird, könnte den Start weiterer Projekte erleichtern. Kiwitt betont die Bedeutung von sogenannten Beschleunigungsgebieten, in denen Windkraft priorisiert wird und keine umfassenden Artenschutzgutachten notwendig sind. Allerdings gibt es auch hemmende Faktoren, wie Fachkräftemangel, steigende Materialkosten und Unsicherheiten am Kapitalmarkt.

Einige der anderen Vorranggebiete im Kreis haben mit spezifischen Bedenken zu kämpfen. Beispielsweise könnten die Vorranggebiete LB-13 A (Gewann Binsenbrünnele) und LB-12 B (Gewann Kreuz) die „enge Sichtbeziehung“ zu den terrassierten Steillagen bei Roßwag beeinträchtigen. Für das Vorranggebiet LB-13 C (Gewann Unteres Pulverdinger Holz) sind die Meinungen gemischt; die hohe landwirtschaftliche Wertigkeit und Nähe zu einem geschützten Flora-Fauna-Habitat werden als negative Faktoren genannt. Die Stadt Markgröningen hat bereits den Ausweisungen der vier Vorranggebiete auf ihrer Gemarkung zugestimmt.

Bürgerbeteiligung im Fokus

Um die Akzeptanz der erneuerbaren Energien zu steigern, ist die Bürgerbeteiligung von zentraler Bedeutung. Der Leitfaden zur finanziellen Bürgerbeteiligung, veröffentlicht von eueco, thematisiert die Ausgestaltung, Organisation und rechtlichen Rahmenbedingungen. Diese Leitfäden bieten projektbezogene Orientierung und sind für Zielgruppen wie Stadtwerke, Energieversorger und Kommunen gedacht. Mit neuen Formaten wie Strombonus- und Anwohnerstrommodellen wird versucht, die individuellen Bedürfnisse der Bürger zu berücksichtigen.

Die aktualisierten Leitfäden, die über 450 Bürgerbeteiligungen im Bereich erneuerbare Energien abdecken, sind kostenfrei und digital verfügbar. Sie bieten eine praktische Grundlage, um Bürgerbeteiligungsmodelle effektiv und einfach umzusetzen – ein wichtiger Schritt, um die Herausforderungen bei der Windkraftnutzung im Kreis Ludwigsburg zu bewältigen.

Bisher äußerten Nachbarn, insbesondere aus Oberriexingen, ihre Zustimmung zum Regionalplan. Zudem sind die Gemeinden im Kreis bestrebt, den Abstimmungsprozess intensiv zu gestalten, um weitere Bedenken auszuräumen und die Umsetzung von Windkraftprojekten voranzutreiben.

Die Entwicklungen in Markgröningen könnten somit nicht nur als positives Beispiel für die Windkraftnutzung im Kreis Ludwigsburg dienen, sondern auch als Ausgangspunkt für weitere Windenergieprojekte in der Region.

Für mehr Informationen über die Situation rund um Windkraft im Kreis Ludwigsburg, besuchen Sie die Stuttgarter Nachrichten, die Bietigheimer Zeitung oder die Seite der Windindustrie in Deutschland.