Im Jahr 2026 wird ein Aufruf an alle musikbegeisterten Stuttgarter lanciert, um aktiv an musikalischen Projekten teilzunehmen. Irmi Kampe, die erste Vorsitzende des Kammerchores Stuttgart, sowie die verantwortliche Verena Riesew, laden insbesondere interessierte Sänger in den Stimmlagen BASS und TENOR ein, die Proben zu besuchen. Diese finden jeden Mittwochabend statt. Aktuell sind die Proben auf das Konzert am 5. Juli 2026 gerichtet, bei dem die „Missa in Jazz“ von Peter Schnidler aufgeführt wird. Der Chor verfolgt das Ziel, den Austausch zwischen Jung und Alt zu fördern und bietet eine breite musikalische Aufstellung für all seine Mitglieder. Der Einstieg in den Chor ist zur Zeit problemlos möglich. Weitere Informationen sind auf der Homepage des Chores zu finden: www.kammerchor-le.de.
Die „Missa in Jazz“ ist ein bedeutendes Werk, das Elemente des Jazz mit der klassischen Chormusik vereint. Diese Komposition wird am 11. und 12. Mai 2024 von dem Konzertchor Cantus Vivus in Weinheim und Heppenheim aufgeführt und ist der zweite Teil einer bereits erfolgreichen Darbietung aus dem Jahr 2014. Die Leitung übernimmt Wolfram Schmidt am Klavier, unterstützt von Uli Kammerer am Saxophon und Bassklarinette, Mario Brodeßer am E-Bass sowie Ulf Kager am Schlagzeug. Die Missa erstreckt sich über die fünf Teile der katholischen Messliturgie: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus mit Benedictus und Agnus Dei.
Jazz im Gottesdienst
Die „Missa in Jazz“ verbindet jazztypische Improvisation und moderne Harmonik mit klassischen Elementen wie Gregorianik und Vokalpolyphonie. Diese innovative Herangehensweise spiegelt die Möglichkeiten des Jazz wider, als lebendige liturgische Musiksprache neue Interpretationen alter Choräle zu schaffen. In der Vergangenheit bot die Musikrichtung Raum für sozialen Protest und hat ihre Wurzeln in Spirituals und Gospels. Bedeutende Musiker wie Duke Ellington und John Coltrane haben Glaubenserfahrungen in ihre Werke integriert, was die enge Verbindung zwischen Jazz und der Liturgie verdeutlicht.
Bei den Aufführungen der „Missa in Jazz“ wird besonders der Dialog zwischen dem Saxophonisten und dem Chor hervorgehoben. Dieser Austausch schafft es, musikalische Gedanken und Stimmungen aufzunehmen und weiterzuentwickeln. Die Herausforderung für den Chor besteht darin, 21 anspruchsvolle Chorsätze zu meistern, die die Vielseitigkeit und Kreativität des Jazz widerspiegeln. Die Musik dient also nicht nur der Unterhaltung, sondern fördert aktiv den kulturellen Austausch und die Integration in den musikalischen Kontext der Kirche.
Die Auseinandersetzung mit Jazzmusik, sowohl in der Theorie als auch in der praktischen Anwendung, bringt frische Perspektiven in die Gottesdienste und kann als ein bindendes Element in der Gemeinschaft wirken. Bildungsträger wie Universitäten in Cambridge und Duke University fördern die Erforschung dieser Verbindung zwischen Theologie, Liturgie und moderner Musik, wobei die Improvisation des Jazz eine zentrale Rolle spielt. Die Proben des Kammerchores Stuttgart konzentrieren sich darauf, den Zuhörern nicht nur ein Konzert zu präsentieren, sondern auch eine tiefere Verbindung zur musikalischen und liturgischen Tradition zu schaffen.