In Stuttgart atmen Autofahrer auf, denn die Hauptarbeiten am Leuzeknoten stehen kurz vor dem Abschluss. Rund 120.000 Fahrzeuge passieren tagtäglich die Bundesstraße zwischen Zuffenhausen und Hedelfingen, und die seit über einem Jahrzehnt andauernden Umbauarbeiten dürften bald spürbare Verbesserungen bringen. Die Stadt hat angekündigt, dass bis zum Frühjahr 2026 die restlichen Straßenbauarbeiten vollendet sein werden. Hierbei handelt es sich um ein zentral gelegenes Verkehrsbauwerk, das die Bundesstraßen B10 und B14 bei Bad Cannstatt verbindet und als wichtige Drehscheibe für den Verkehr in die Landeshauptstadt fungiert. Der Umbau erfolgte bei laufendem Verkehr, was immer wieder zu Störungen und einem gewissen Maß an Unverständnis führte, insbesondere für Ortsunkundige.
Die umfangreiche Baumaßnahme umfasste sieben Tunnelröhren und mehrere Rampen. Zudem wurde die Tunnelanlage modernisiert und die Sicherheitstechnik, vor allem im Bereich Brandschutz, verbessert. Trotz dieser Maßnahmen sind weiterhin viele Fahrspuren gesperrt, was für Pendler nach wie vor frustrierend ist. Autofahrer berichten von schnelleren Fahrzeiten, auch wenn der Verkehrsstau am Leuzeknoten bleibt. Geplant sind außerdem die Begrünung der Baustellenflächen bis 2027 sowie mögliche Anpassungen an der Tunnelbetriebstechnik, um die Verkehrsführung zu optimieren.[Stuttgarter Nachrichten]
Städtebauliche Herausforderungen und Verkehrskritik
Die Kritik am Leuzeknoten betrifft vor allem die verwirrende Verkehrsführung auf der B10. Insbesondere ein digital positioniertes Verkehrsschild zwischen dem Leuzeknoten und dem Rosensteintunnel wird als ungünstig wahrgenommen. Zudem sorgt eine Ampelkreuzung an der Cannstatter Straße für Unverständnis unter den Autofahrern. Die Stadt Stuttgart verteidigt ihre Planung und argumentiert, dass alternative Lösungen wie die Spindelbrücke lediglich Probleme verschieben würden. Die hohen Verkehrsbelastungen zu Stoßzeiten bleiben auch nach den Baumaßnahmen angespannt.
Die ursprüngliche Kostenschätzung für den Umbau des Leuzeknotens lag 2009 bei 193,5 Millionen Euro, was sich bis 2022 auf etwa 495 Millionen Euro erhöhte. Für viele Bürger bleibt die lange Bauzeit sowie die damit verbundene finanzielle Belastung ein ständiges Gesprächsthema.[SWR]
Digitale Zukunft für den Verkehr
Ein weiterer Aspekt, der zur Verbesserung des Verkehrsflusses beitragen soll, ist die digitale Verkehrsflussoptimierung. Hierbei sollen verschiedene Datenquellen verknüpft und ausgewertet werden, um ein besseres Verständnis des Verkehrs zu erhalten und die Luftqualität zu verbessern. Ein Onlinetool und ein Verkehrskorrelationsmodell sollen dabei helfen, sicherheitskritische Fahrzustände und wiederkehrende Problemstellen zu identifizieren.[Trafficon]
Die Stadt Stuttgart hat angekündigt, dass diese digitalen Strategien bis Mitte 2026 eingerichtet und getestet werden sollen. Dennoch bleibt es abzuwarten, wie schnell die gewünschten Verbesserungen wirklich eintreten und ob die Bürger die Veränderungen positiv wahrnehmen werden.