Roger Roth, ein prägender Exponent des Stadtbaus in Leonberg, beendet seine Karriere nach fast drei Jahrzehnten erfolgreicher Tätigkeit. Am 1. April 1997 begann er als Abteilungsleiter im Straßenbau und übernahm später die Leitung des Tiefbauamts. In dieser Zeit erlebte er zahlreiche personelle Wechsel, insbesondere im Planungsamt und bei den Baubürgermeistern. Trotz der ständigen Veränderungen in der Verwaltung und Politik konnte er sich über die Jahre als verlässlicher Ansprechpartner etablieren und das Vertrauen im Gemeinderat gewinnen. Als Bauingenieur mit umfassender Verwaltungserfahrung steuerte er zahlreiche bedeutende Bauprojekte, die Leonberg heutige Gesichter gaben.
Zu den herausragenden Infrastrukturmaßnahmen, die Roth leitete, zählen der Bau der Südrandstraße mit umfangreichen Brückenbauwerken, die Erweiterung zentraler Verkehrsachsen wie der Stuttgarter Straße sowie die Offenlegung der Glems zwischen Bauhof und Schweizermühle. Die Projekte reichten von der Erschließung neuer Gebiete in Höfingen über die Ortsdurchfahrt Silberberg bis hin zum Neubau des Friedhofs in Warmbronn. Jedes dieser Vorhaben brachte technische, organisatorische und kommunikative Herausforderungen mit sich.
Verkehrssicherheit und infrastrukturelles Management
Ein zentrales Leitmotiv von Roths Arbeit war die Verkehrssicherungspflicht, deren Wichtigkeit in den vergangenen Jahren immer weiter ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist. Laut dem Bundesverkehrsministerium erfordert die Gewährleistung von Verkehrssicherheit in Deutschland das Zusammenwirken unterschiedlicher Akteure. Die Vision Zero und das Verkehrssicherheitsprogramm 2021-2030 zielen darauf ab, die Sicherheit von Menschen, Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur zu verbessern. Verkehrssicherheit muss dabei über alle Phasen von Straßenprojekten hinweg, von der Planung bis zum Betrieb, berücksichtigt werden.
Roth erkannte die Notwendigkeit klarer Kontrollen, Dokumentationen und strukturierter Abläufe, um Risiken für die Stadt zu reduzieren. Dies passt zu den aktuellen Anforderungen an das Infrastruktursicherheitsmanagement, das seit 2021 einen Standard auf dem europäischen Fernstraßennetz darstellt und zahlreiche Sicherheitsüberprüfungen sowie Audits erfordert.
Persönlicher Ausblick und neue Projekte
Mit Dankbarkeit verabschiedet sich Roger Roth von seiner Position, während er seine Nachfolge nicht persönlich begleiten kann. Privat plant er bereits neue Projekte, darunter die Restauration eines Oldtimers und den Aufbau einer großen Modelleisenbahn. Zudem freut er sich auf mehr Zeit für Familie und Sport. Auch zukünftig bleibt er mit der Stadt Leonberg und seinen bisherigen Kontakten verbunden.
Die Bedeutung von Infrastrukturmanagement geht weit über die Bauprojekte hinaus. An der Hochschule für Technik Stuttgart etwa studiert Chantal im 7. Semester Infrastrukturmanagement und verbringt das Wintersemester 2023/24 an der Jönköping University in Schweden. Diese internationale Erfahrung steht für die neuen, globalisierten Perspektiven, die auch in der Kernkompetenz des Straßenbaus ihre Anwendung finden müssen. Veranstaltungen wie Waffle Nights und die Möglichkeit, neue Kulturen kennenzulernen, tragen zur Entwicklung dieser angehenden Fachkräfte bei.
In Anbetracht der fortschreitenden Herausforderungen im Bereich der Verkehrs- und Infrastrukturplanung wird die Rolle von Fachleuten wie Roger Roth sowie Studenten und zukünftigen Akteuren von entscheidender Bedeutung bleiben, um nicht nur die bestehenden Systeme zu optimieren, sondern auch innovative Ideen für die Zukunft zu entwickeln.