Am 8. März 2026 steht im Rems-Murr-Kreis die Landtagswahl im Wahlkreis Backnang auf dem Programm. Diese Wahl könnte historische Dimensionen annehmen, nachdem die Grünen im Jahr 2021 einen überraschenden Sieg erringen konnten. Der Amtsinhaber Ralf Nentwich wird versuchen, sein Mandat zu verteidigen, während er sich in einem Umfeld bewegt, das traditionell als Hochburg der CDU galt. In diesem Jahr treten insgesamt acht Direktkandidierende an, und erstmals dürfen auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben. Das neue Zwei-Stimmen-Wahlrecht könnte zudem dazu führen, dass mehrere Mandate aus der Region heraus möglich werden.
Der Wahlkreis Backnang umfasst Städte wie Backnang, Murrhardt und Welzheim sowie 16 weitere Gemeinden und zählt rund 120.000 Wahlberechtigte. Bis zur Wahl 2021 war der Wahlkreis ausschließlich für CDU-Direktmandate bekannt. Der Sieg der Grünen gilt als ein Indikator für die politischen Verschiebungen im Land, die sich auch in den kommenden Wahlen bemerkbar machen könnten. Eine detaillierte Analyse der Wahl zeigt, dass die Wähler in den letzten Jahren zunehmend diverse politische Optionen in Betracht ziehen. Mehr Informationen zu den bevorstehenden Kandidaten finden Sie in einem Artikel der Stuttgarter Nachrichten.
Kandidaten im Überblick
Die Kandidaten im Wahlkreis Backnang sind vielfältig und bringen unterschiedliche Perspektiven ein:
- Ralf Nentwich (Grüne): Der Amtsinhaber setzt auf Mobilität, insbesondere den Ausbau der Murrbahn, und betont die Verbindung von Ökologie und Ökonomie. Sein Listenplatz 30 könnte ihm helfen, auch wenn er das Direktmandat nicht gewinnen sollte.
- Jens Steinat (CDU): Als Allgemeinmediziner steht er für Pragmatismus und will die hausärztliche Versorgung sichern. Die CDU positioniert sich als Kraft der gesellschaftlichen Mitte.
- Daniel Lindenschmid (AfD): Der Landtagsabgeordnete setzt auf Bürokratieabbau und niedrige Steuern, ist jedoch bekannt für seine aggressive Rhetorik im Landtag.
- Simone Kirschbaum (SPD): Seit Oktober 2024 im Landtag bringt sie berufliche Erfahrung als Hebamme mit. Ihr Listenplatz acht gilt als sicher, und sie strebt ein gutes Erststimmenergebnis an.
- Marc Juric (FDP): Der Kandidat sieht den Wahlkampf als Visitenkarte und betont die sozialen Aspekte des Liberalismus, obwohl er nur auf Platz 36 der Landesliste steht.
- Allegra Conrad (Die Linke): Sie kandidiert ohne Listenplatz und fokussiert sich auf soziale Themen wie bezahlbare Mieten und kostenlose Kitas.
- Damaris Lauffer (Volt): Auch sie kandidiert ohne Listenplatz und setzt auf kommunale Vernetzung und digitale Verwaltung.
- Piratenpartei: Der 35-jährige Mechatroniker aus der Piratenpartei fokussiert sich auf Transparenz und Bürgerrechte.
Ein Blick auf die Wahl und ihre Bedeutung
Die bevorstehende Wahl ist nicht nur für die Parteien von Bedeutung, sondern auch für die Wähler, die mit dem neuen Zwei-Stimmen-Wahlrecht mehr Einfluss auf die politische Landschaft haben. Diese Regelung könnte dazu führen, dass die Mandate gerechter verteilt werden, was die Relevanz aller Parteien erhöht. Der Rems-Murr-Kreis ist in zwei Wahlkreise aufgeteilt, wobei der Wahlkreis Backnang-Schwäbisch Gmünd ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Die Wahl zum Bundestag fand zuletzt am 23. Februar 2025 statt, und die Ergebnisse sind im Programm Wahlmanager verfügbar. Weitere Informationen zur Bundestagswahl sind auf der Homepage der Bundeswahlleiterin sowie dem Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg abrufbar – hier finden Sie alles Wissenswerte zur politischen Landschaft des Landes (Rems-Murr-Kreis).
Die kommende Wahl im Wahlkreis Backnang wird sicherlich nicht nur die politische Zukunft der Region, sondern auch die der Landespolitik beeinflussen. Die Kandidaten haben die Möglichkeit, ihre Visionen und Programme den Wählern zu präsentieren, und die Wähler können aktiv an der Gestaltung ihrer politischen Vertretung mitwirken.
Weitere Informationen zu den Wahlrechten und der Mandatsverteilung finden Sie auf der Webseite zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. Dort wird auch erklärt, wie die Sitze basierend auf den Zweitstimmen verteilt werden und welche Überhangmandate möglicherweise zu erwarten sind.