In Korntal-Münchingen steht die Bekämpfung von Lärm im Vordergrund, denn die Stadt hat einen Lärmaktionsplan beschlossen, um ihre Anwohner besser zu schützen. In diesem Plan wurden drei Hauptschwerpunkte identifiziert, die besonders unter Lärmbelastung leiden. Dazu zählen die Südstraße, die Solitudeallee bis zur Zuffenhauser Straße sowie der Kreuzungsbereich von B10 und A81. Die Stadtverwaltung hat verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, um die Lärmsituation zu verbessern. Dazu gehört unter anderem ein Tempolimit von 30 km/h an zwei der Lärmschwerpunkte, während der Gemeinderat mit knapper Mehrheit für ein Tempolimit von 40 km/h stimmte. Aktuell gilt dort auf der Südstraße ein Limit von 60 km/h, während auf einem Teil der Zuffenhauser Straße 30 km/h und sonst 50 km/h gelten.
Zu den weiteren Maßnahmen zählen Geschwindigkeitskontrollen auf der Südstraße sowie der Einsatz von lärmarmen Asphalt auf der Solitudeallee bis zur Zuffenhauser Straße. Allerdings lehnt das zuständige Landratsamt ein Tempolimit ab, und für die A81 ist die Autobahn GmbH verantwortlich, wobei höhere Lärmschutzwände von der Stadt selbst finanziert werden müssten. Die Stadt wird ihre Vorschläge den Verkehrsbehörden und Straßenbaulastträgern unterbreiten. Anwohner der Südstraße fordern zudem mehr Daten zum Bahnlärm und eine Berücksichtigung der Strohgäubahn, obwohl diese nicht in den Aktionsplan aufgenommen wird, da weniger als 30.000 Züge pro Jahr verkehren. Ein Kartierungsfehler, der von Anwohnern gemeldet wurde, stellt ein weiteres Problem dar: Ein Bauwerk über der Südstraße wurde fälschlicherweise als geschlossener Tunnel eingestuft.
Gesundheitliche Auswirkungen von Lärm
Die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm sind nicht zu unterschätzen. Lärmemissionen können sowohl bei Menschen als auch bei Tieren gesundheitliche Probleme verursachen. Die Stadt Korntal-Münchingen hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Anwohner an stark befahrenen Hauptverkehrsstraßen und in der Nähe von Schienenstrecken zu schützen. Der erste Lärmaktionsplan wurde 2016 aufgestellt und 2019 bereits aktualisiert. Diese Pläne müssen gemäß der EU-Umgebungslärmrichtlinie alle fünf Jahre überarbeitet werden.
In den bisherigen Lärmaktionsplanungen wurden gesetzlich geforderte Rahmen überschritten. Auch wenn Schienenlärm aufgrund einer Zuständigkeitsänderung nur noch nachrichtlich im Lärmaktionsplan behandelt wird, haben zahlreiche Maßnahmen zur Lärmminderung in Korntal-Münchingen bereits Wirkung gezeigt. Dazu gehören Geschwindigkeitsbeschränkungen auf verschiedenen Straßen und der Einsatz von lärmarmen Straßenbelägen.
Maßnahmen zur Lärmminderung
Die Stadt hat bereits eine Vielzahl von Maßnahmen zur Lärmminderung implementiert. Dazu zählen unter anderem:
- Geschwindigkeitsbeschränkung T30, Markgröninger Straße (1992)
- Geschwindigkeitsbeschränkung T30, Stuttgarter Straße (2011)
- Stationäre Geschwindigkeitsüberwachung in der Hauptstraße (2012)
- Lärmarmer Straßenbelag am Autobahnkreuz A 81 / B10 (2018)
- Fahrradstreifen Solitudeallee (2013)
Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist entscheidend, um den Lärm in Korntal-Münchingen nachhaltig zu reduzieren. Zudem ist die Stadt Teil der Umweltzone Stuttgart, was ebenfalls zur Lärmminderung beiträgt.
Der Weg zu weniger Lärm
Um Lärm effektiv zu bekämpfen, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich, die über die Stadtgrenzen hinausgehen. Dazu zählen die Entwicklung von leiseren Fahrbahnbelägen, der Ausbau der Elektromobilität und die Förderung umweltfreundlicher Verkehrsmittel wie Fahrräder. Auch individuelle Lärmschutzmaßnahmen, wie das Tragen von Gehörschutz bei lauten Tätigkeiten oder die Suche nach ruhigen Orten, können zur Lärmreduktion beitragen.
Die Stadt Korntal-Münchingen ist auf einem guten Weg, um die Lärmsituation zu verbessern. Die Fortschreibung des Lärmaktionsplans im kommenden Jahr wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Informationen zur Lärmbelastung durch den Schienenverkehr werden zudem auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht, um die Anwohner transparent zu informieren. Es bleibt abzuwarten, wie die vorgeschlagenen Maßnahmen von den zuständigen Behörden aufgenommen werden und welche weiteren Schritte unternommen werden, um den Lärm in der Stadt künftig weiter zu reduzieren.
Für mehr Informationen zu den Auswirkungen von Lärm auf die Gesundheit und Maßnahmen zum Lärmschutz können Sie auch die Website des Bundesgesundheitsministeriums besuchen.
Der vollständige Artikel kann unter diesem Link aufgerufen werden.