In Korntal-Münchingen stehen die Anwohner vor erheblichem Lärm durch den Verkehr auf der Autobahn A81, der Bundesstraße B10, Landesstraßen sowie durch die Strohgäubahn und die S-Bahn. Der Technische Beigeordnete Kai Langenecker hat die Lärmsituation als besorgniserregend bezeichnet und klargemacht, dass die Stadt dringend handeln muss. Um die Lärmbelastung für die Bürger zu reduzieren, arbeitet die Stadt an einem umfassenden Lärmaktionsplan, der Maßnahmen zur Lärmminderung festlegen wird, wie Stuttgarter Nachrichten berichtet.

Im Rahmen dieses Plans hat die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Accon verschiedene Lärmschwerpunkte identifiziert. Zu den am stärksten belasteten Bereichen zählen unter anderem die Südstraße sowie der Kreuzungsbereich B10/A81. Ein oft geäußertes Anliegen der Anwohner ist die Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Südstraße von 60 auf 30 km/h, was allerdings vom Technikausschuss mehrheitlich abgelehnt wurde. Auch das Landratsamt hat ein Tempolimit abgelehnt, da die möglichen Umleitungsrouten durch Wohngebiete die Bedenken verstärken.

Herausforderungen beim Lärmschutz

Trotz der hohen Lärmbelastung durch S-Bahn und Güterzüge ist die Stadt unzufrieden mit den minimalen Maßnahmen der Bahn. Zudem kritisieren Anwohner, dass im Lärmaktionsplan die Daten zum Bahnlärm nicht ausreichend berücksichtigt sind, was eine falsche Einschätzung der Gesamtlärmbelastung nach sich zieht. Der Gesetzgeber verlangt eine getrennte Betrachtung von Straßen- und Bahnlärm, was zu Unmut sowohl bei den Bürgern als auch bei den Gemeinderäten führt.

Die Situation wird zusätzlich dadurch kompliziert, dass die Strohgäubahn aufgrund der geringen Zugzahlen nicht in den Aktionsplan einbezogen ist, was möglicherweise in rechtlichen Auseinandersetzungen enden könnte. Während die Stadt für den Lärmschutz an der Autobahn die Kosten tragen müsste, obliegt die Verantwortung für den Autobahnlärm der Autobahn GmbH. Lärmschutzfenster könnten eine realistische Maßnahme darstellen, die die Stadt bei der Autobahn GmbH beantragen kann.

Gesundheitliche Folgen von Lärmbelastungen

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärmemissionen sind beträchtlich und betreffen sowohl Menschen als auch Tiere. Laut dem Umweltbundesamt ist Lärm ein ernstzunehmendes Umweltproblem, das das Wohlbefinden stark beeinträchtigen kann. Die Regelungen zur Lärmaktionsplanung unterliegen verschiedenen Gesetzen und sind darauf ausgelegt, die Anwohner in stark befahrenen Gebieten zu schützen.

Die frühe Planung und Aktualisierung des Lärmaktionsplans ist gesetzlich gefordert. Der erste Plan in Korntal-Münchingen wurde 2016 aufgestellt und 2019 aktualisiert. Zukünftige freiwillige Lärmkartierungen an Schienenstrecken werden jedoch keinen Einfluss auf die Lärmminderungsmaßnahmen haben.

Lärmmindernde Maßnahmen in Korntal-Münchingen sind bereits in der Vergangenheit vielfach umgesetzt worden, darunter Geschwindigkeitsbeschränkungen und der Einsatz von lärmarmer Fahrbahn. Mit dem Ziel, die Lärmbelastungen objektiv zu bewerten, bleibt die Stadt jedoch auf die Unterstützung durch alle Beteiligten angewiesen, um den Herausforderungen für die Lärmminderung gerecht zu werden.