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Heute ist der 26.02.2026 und wir blicken auf eine besorgniserregende Entwicklung in der Imkerei des Kreises Göppingen. Die Süddeutsche Imkergenossenschaft mit Sitz in Göppingen hat Insolvenz angemeldet. Diese Genossenschaft, die seit 1961 besteht und aktuell rund 700 Mitglieder zählt, sieht sich mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Die geschäftsführende Vorständin, Sabine Wagner, die seit 2020 im Amt ist, muss nun einen vorläufigen Insolvenzverwalter, Olaf Spiekermann, an ihrer Seite haben. Die genossenschaftlichen Aktivitäten sind durch einen Rückgang der Imker in der Region gefährdet – von über 1000 Anteilseignern im Jahr 2023 auf eine ungewisse Zukunft.

Die Probleme in der Branche sind vielfältig. Neben der abnehmenden Anzahl älterer Imker gibt es eine verstärkte Billig-Konkurrenz durch zollfreien Honig aus der Ukraine. Dabei ist die Varroamilbe zwar ein bekanntes Problem, jedoch nicht die größte Sorge der Imker. Vielmehr stellt die Asiatische Hornisse eine ernsthafte Bedrohung für die Bienen dar. Diese invasive Art breitet sich seit 2014 in Baden-Württemberg aus und kann pro Hornissen-Nest bis zu 300 Jungköniginnen hervorbringen. Aktuell wurden im Kreis Göppingen bereits zwei Nester gemeldet – in Adelberg und Baiereck.

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Die Bedrohung durch die Asiatische Hornisse

Die Asiatische Hornisse, die bis zu 2.000 Tiere pro Volk erreichen kann, ist besonders gefräßig, wenn es um Honigbienen geht. Im Spätsommer und Frühherbst stellen Honigbienen einen Großteil der Nahrung für die Hornissen dar. Die Zahl der gemeldeten Hornissen-Nester in Baden-Württemberg hat sich von 2024 bis 2025 mehr als verdoppelt – auf insgesamt 3.249 Nester. Sichtungen dieser Hornissen können auf einer Karte veröffentlicht und gemeldet werden, was eine wichtige Maßnahme zur Kontrolle der Ausbreitung darstellt.

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Die Größe der Arbeiterinnen der Asiatischen Hornisse variiert zwischen 1,7 und 2,4 cm, während die Königinnen bis zu 3 cm groß werden können. Ihre schwarz-gelben Beine und der orangefarbene Hinterleib machen sie unverwechselbar. Verena Rübsam, Bienensachverständige und Vorsitzende des Imkervereins Hünfeld, warnt vor den Herausforderungen, die diese Hornisse für die Bienenpopulation mit sich bringt. Laut Rübsam gilt die Asiatische Hornisse in Hessen nicht mehr als invasive Art, was die Pflicht zur Nestbeseitigung aufhebt. Umso wichtiger ist es, dass Imker ihre Völker im Herbst besser schützen, etwa durch Fluglochverkleinerungen und Monitoring.

Gesundheitsrisiken für Bienenvölker

Ein weiteres zentrales Problem ist die Varroamilbe. Diese gilt als das größte Gesundheitsrisiko für Bienenvölker. Sie saugt Bienen und schleust Viren ein, was sogar zum Kollaps ganzer Brutnester führen kann. Besonders in einem Jahr wie 2024, das viel zu nass und kühl war, sind die Winterverluste in Hessen alarmierend hoch. Klassische Behandlungen mit Ameisensäure oder Oxalsäure erweisen sich bei solch einem Wetter als unzuverlässig. Rübsam fordert daher neue, sanftere Methoden zur Bekämpfung der Varroamilbe, idealerweise ohne chemische Eingriffe.

Das Projekt „Varroa 2033“ wird am Lehrbienenstand in Hünfeld wissenschaftlich begleitet, mit dem Ziel, resistente Bienen zu züchten, die ohne regelmäßige chemische Behandlungen mit der Varroamilbe klarkommen. Dabei ist die Selektion und genaue Beobachtung der Bienenvölker von entscheidender Bedeutung. Rübsam setzt zudem auf Aufklärung und bietet Führungen, Vorträge sowie Schulungen an, um das Verständnis für Bienen und Biodiversität zu fördern. Ein besonders schönes Projekt in Maberzell ermöglicht Grundschülern, ihr eigenes Bienenvolk zu züchten.

Die Herausforderungen für die Imkerei sind also mannigfaltig und bedürfen einer gemeinsamen Anstrengung. Die Entwicklungen in Göppingen und darüber hinaus zeigen, wie wichtig es ist, die Imkerei nicht nur als Beruf, sondern als wesentlichen Teil unseres Ökosystems zu betrachten. Ein aktives Handeln ist notwendig, um die Zukunft der Bienen und der Imker zu sichern. Weitere Informationen zu diesen Themen finden Sie auch in den Artikeln von Stuttgarter Nachrichten und Fuldaer Zeitung.