In der Waldenbucher Stadtkirche St. Veit fand ein beeindruckendes Konzert mit der Sopranistin Siri Karoline Thornhill und dem Pianisten Götz Payer statt. Dieses Event, das im Rahmen des Programms „Nordlicht“ stattfand, bot den Zuhörern eine Reise durch die musikalischen Landschaften Norwegens, thematisiert durch Lieder, die von Natur, Kindheit, Liebe und innerer Verwandlung geprägt sind. Thornhill hat bereits zweimal in Waldenbuch Liederabende gegeben, zuletzt mit Schumanns „Frauenliebe und Leben“.

Das Programm beinhaltete Werke von Edvard Grieg (1843–1907) und Agathe Backer-Grøndahl (1847–1907). Der Abend begann mit einem Prolog, in dem Thornhill von der Orgelempore eine Hirtenweise von Grieg sang. In der ersten Programmhälfte wurde der Liedzyklus „Haugtussa“ op. 67 von Edvard Grieg präsentiert. Dieser Zyklus basiert auf Texten von Arne Garborg und erzählt eine tragische Liebesgeschichte, die in acht Gedichten gefasst ist. Um das Verständnis zu fördern, erhielt das Publikum ein Textheft mit Übersetzungen der norwegischen Liedtexte.

Agathe Backer-Grøndahl: Eine vergessene Größe

Nach der Pause folgten Lieder von Agathe Backer-Grøndahl, die nicht nur als Komponistin, sondern auch als Pianistin einen bedeutenden Platz in der Musikgeschichte einnimmt. Geboren am 1. Dezember 1847 in Holmestrand, Norwegen, zeigte sie bereits als Kind außergewöhnliche Klavierfähigkeiten und wurde von einer kunstliebenden Familie gefördert. Ihre musikalische Ausbildung umfasste Stationen in Norwegen und Deutschland, unter anderem studierte sie bei bedeutenden Lehrern wie Theodor Kullak und Richard Wüerst in Berlin.

Das Konzert in Waldenbuch widmete sich unter anderem ihrer ersten Liedgruppe „Sommer op. 50“ auf Deutsch und „Barnets Vårdag op. 42“ auf Norwegisch. Besonders hervorzuheben ist, dass Thornhill zur Wiederentdeckung von Backer-Grøndahl beiträgt, was durch den Zwischenapplaus des Publikums für Darbietungen wie „Tautropfen“, „Am Abend“ und „Wiegenlied“ belegt wurde. Das Programm schloss mit „Sechs Lieder op. 48“ von Edvard Grieg, deren Texte von verschiedenen Dichtern stammen und die Grieg so vertonte, dass sie sowohl auf Deutsch als auch auf Norwegisch gesungen werden können.

Ein Abschied mit Nachklang

Götz Payer, seit 2022 Professor für Lied an der HMDK Stuttgart und international gefragter Dozent, begleitete Thornhill meisterhaft auf dem Klavier. Die beiden Künstler bedankten sich am Ende des Konzerts mit einer Zugabe, dem „Liebeslied“ von Edvard Grieg, das den Abend in einem emotionalen Höhepunkt ausklingen ließ.

Edvard Grieg gilt als der bekannteste norwegische Komponist und hat, wie auch Backer-Grøndahl, die norwegische Musikszene geprägt. Er verband in seinen Werken Elemente der norwegischen Volksmusik mit der späten Romantik und Impressionismus und ist besonders bekannt für seine Klavier- und Kammermusik sowie seine Lieder. Norwegen hat zudem zahlreiche andere talentierte Komponisten hervorgebracht, darunter Johan Svendsen, Ole Bull, Christian Sinding und Johan Halvorsen, die das kulturelle Erbe des Landes weiter bereichert haben. Mehr über diese Komponisten und ihre Werke kann man in verschiedenen Musikquellen nachlesen, wie auf elchburger.de.

Das Konzert in Waldenbuch war somit nicht nur ein musikalisches, sondern auch ein kulturelles Erlebnis, das die Zuhörer in die tiefen Emotionen und die reiche Kultur Norwegens eintauchen ließ. Für weitere Informationen zu diesem Event kann auf die ausführliche Berichterstattung auf szbz.de verwiesen werden.