Am Donnerstag, den 5. Februar, um 19 Uhr wird im Maltesersaal von Schloss Dätzingen ein Vortrag von Götz Graf Bülow von Dennewitz stattfinden. Dieser wird vom Förderverein Schloss Dätzingen e.V. veranstaltet und behandelt das Thema „Königliche Hofjagden im Schönbuch und die Jagd bei Dätzingen im Jahre 1810“.
Hofjagden hatten im Herzogtum Württemberg eine zentrale Rolle in der höfischen Kultur. Sie dienten nicht nur der Jagd selbst, sondern waren auch eine repräsentative Inszenierung von Macht und Tradition. Solche Veranstaltungen umfassten den gesamten Hofstaat und waren aufwendig organisiert. Besonders eindrucksvoll waren die Großwildjagden, bei denen Hirsche und Wildschweine erlegt wurden. König Friedrich I. war bekannt dafür, das Jagdrecht als ein aristokratisches Privileg aufrechtzuerhalten, was das gesellschaftliche Ereignis noch zusätzlich aufwertete. Trotz der festlichen Inszenierung sind nur wenige Details aus dieser Zeit überliefert, jedoch sind einige „Festinjagden“ von 1810 dokumentiert.
Ein Blick zurück auf die Festanjagden
Eine der letzten großen höfischen Jagden war das „Dianenfest“, das am 9. November 1812 stattfand und gut dokumentiert wurde. Besonders hervorzuheben ist der Bericht von Gottfried Ferdinand Staelin, der eine Festinjagd am 25. Juni 1810 beschrieben hat. Bei diesem Ereignis waren 4.000 bis 5.000 Menschen beschäftigt, und die Jagd endete mit einem Theaterfest im Schloss Dätzingen. Vielerorts wurden die Jagdfeste von Musik und Fanfaren begleitet, was die Spannung und Freude bei diesen gesellschaftlichen Anlässen steigerte.
Das jagdlich charmante Gebiet des Schönbuchs, südlich von Stuttgart, bietet eine bezaubernde Kulisse mit seinen Urwäldern, die über 300 Jahre alte Eichen und Buchen beherbergen. Früher jagten hier die württembergischen Herzöge und Könige, und das Kloster Bebenhausen diente als Ausgangspunkt für viele Jagden. Diese Region ist als das schönste Waldgebiet des Landes bekannt, in dem die Jagdhornbläser den „Aufruf zur Jagd“ läuten. Zahlreiche Treiber bringen das Wild in Bewegung und die Jäger nehmen auf ihren Ständen Platz.
- Württembergische Landesherren und ihre Jagdleidenschaft:
- Jagdrechte auf Großwild waren seit dem Ende des Mittelalters den Landesherren vorbehalten.
- Hofjagden waren befreiende gesellschaftliche Ereignisse mit Festessen und Unterhaltung für Fürsten und Gäste.
- Der Ablauf einer Hofjagd:
- Wild wurde in ein festungsartiges Gebäude getrieben; die Jagdhornbläser begrüßten die Wildherde mit Musik.
- Der Fürst hatte sowohl einen „Schirm“ als auch eine opulente Tafel, die für ihn gedeckt wurde.
Die königlichen Jagden endeten häufig mit einem „Halali“ durch die Jagdhornbläser und der letzten Ehrerweisung für die erlegten Tiere. Nach der Jagd traf man sich in der warmen Jagdhütte, wo der Tag mit „Jägerlatein“ ausklang. Informiert über den Vortrag werden die Interessierten gebeten, sich per E-Mail an SchlossDaetzingen@gmail.com oder an den Förderverein zu wenden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Für weitere Informationen über die Veranstaltungen und die Geschichte der Jagden im Schönbuch kann auf die Quellen Stuttgarter Nachrichten, Zeiss Sports Optics und Zeitreise BB verwiesen werden.