Der beliebte inklusive Szenetreff und Club White Noise in Stuttgart wird nach über zehn Jahren schließen. Die Betreiber gaben die Entscheidung am 26. September 2025 auf der Website bekannt. Diese Nachricht trifft insbesondere die queere Community hart, die im White Noise eine wichtige Anlaufstelle gefunden hatte. Der Club war bekannt für Partys, Konzerte, Talks und Public Viewings.
Die Schließung wird auf die steigenden Anfeindungen und Cybermobbing zurückgeführt, die seit einem Vorfall zwischen einem Türsteher und einer Künstlerin zugenommen haben. Die Betreiberin Ninette Sander äußerte, dass die Situation emotional belastend war und Anfeindungen zu kurzfristigen Absagen von Veranstaltungen führten, wodurch die Gäste verunsichert wurden. Es gab gezielte Angriffe und Aufrufe zum Boykott des Clubs, die in sozialen Medien verbreitet wurden.
Cybermobbing als Wachsendes Problem
Das Phänomen des Cybermobbings zeigt sich nicht nur im Fall des White Noise. Eine aktuelle Studie im Auftrag der Krankenkasse Barmer zeigt, dass 16% der Jugendlichen in Deutschland im Jahr 2023 von Cybermobbing betroffen waren, was einen Anstieg im Vergleich zu 2021 darstellt. Über die Hälfte der Jugendlichen berichten von ähnlichen Erfahrungen im persönlichen Umfeld. Der häufigste Grund sind Beleidigungen, bei denen 74% der Betroffenen betroffen sind.Tagesschau berichtet, dass Cybermobbing als besonders gefährlich gilt, da es in Onlinenetzwerken kaum Rückzugsmöglichkeiten gibt und Inhalte sich unkontrolliert verbreiten können.
Ninette Sander, die das White Noise leitete, bedankt sich bei den Unterstützern für die Gemeinschaft, Kultur und Begegnung, die im Club gefördert wurden. Die Schließung reiht sich tragischerweise in die Liste von Institutionen ein, die in den letzten Jahren in Stuttgart geschlossen wurden. Die Betreiber haben bereits angekündigt, dass sie geplante Events absagen müssen und die Zukunft der Räumlichkeiten noch unklar ist. Großflächige Umbau- und Sanierungsmaßnahmen sind für das Areal um die Rathaus-Passage geplant.
Das White Noise bleibt ein Symbol für eine offene und inklusive Kultur in Stuttgart. Die Betreiberin plant, sich zurückzuziehen, möchte jedoch weiterhin Kulturräume schaffen, die den Bedürfnissen der Gemeinschaft gerecht werden.