In Ostfildern hat eine Gruppe von jungen Stadtplanern der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen sich intensiv mit den Herausforderungen des Klimawandels auseinandergesetzt. Im Fokus ihrer Studien steht die klimafreundliche Planung neuer Wohnkonzepte, die speziell für Hitze- und Starkregenereignisse gerüstet sind. Während einer Exkursion im Scharnhauser Park wurden Ideen für ein neues Wohngebiet entwickelt, das moderne Ansprüche an Nachhaltigkeit und Klimaschutz erfüllen soll, wie die Stuttgarter Nachrichten berichten.
Wichtige Themen hierbei sind der Hitzeschutz, die Schaffung von Schattenplätzen sowie die Integration effektiver Entwässerungssysteme, die bei starken Regenfällen das Wasser optimal ableiten können. Die Studierenden, die sich im siebten Semester befinden, erarbeiten im Rahmen ihrer Studiengänge einen Bebauungsplan, der aus einem umfangreichen städtebaulichen Entwurf hervorgeht. Professor Karl-Josef Jansen, der bereits vor fast 30 Jahren den Stadtteil entworfen hatte, begleitet die angehenden Planer.
Klimaanpassungsstrategien im Urbanen Raum
Die Notwendigkeit, Städte an die Folgen des Klimawandels anzupassen, wird immer dringlicher. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen hebt hervor, dass die Temperaturen in Deutschland steigen und die Anzahl heißer Tage über 30 Grad zunimmt. Dies hat zur Folge, dass Städte sich stärker aufheizen und sich nachts weniger abkühlen. Besonders gefährdete Gruppen, darunter Kinder, alte Menschen und wohnungslose Personen, sind stark von dieser Entwicklung betroffen. Deshalb ist ein Umdenken in der Stadtplanung entscheidend, um gesundheitliche und soziale Auswirkungen der Hitze zu minimieren, wie das BMWSB feststellt.
Zur Bewältigung dieser Herausforderungen setzt die Stadtentwicklung zunehmend auf die Schaffung von „Klimaschutzorten“, die als schattige Rückzugsorte in fußläufiger Entfernung dienen und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität erhöhen. Außerdem wird die Anpflanzung von Bäumen als eine grundlegende Maßnahme hervorgehoben, um städtische Räume zu kühlen. Zu den innovativen Ansätzen gehört auch das Mulden-Rigolen-Konzept, das die naturnahe Nutzung von Regenwasser fördert. Diese Vorgehensweise findet sich auch im Scharnhauser Park, wo die Landschaftstreppe sowohl als Sickerfläche dient als auch einen Blick auf die weite Umgebung ermöglicht.
Integration von Wohnkonzepten und rechtlichen Rahmenbedingungen
Die Studierenden in Ostfildern müssen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen der Stadtplanung verstehen und in ihre Entwürfe einfließen lassen. Professor Alexander Kukk vermittelt anschaulich das Baurecht und die Bauleitplanung. Ein zentrales Thema, das die Studierenden aufgreifen, ist der Wohnungsmangel. Der Trend geht von Einfamilienhäusern hin zu Geschosswohnungsbauten mit hoher Aufenthaltsqualität, kombiniert mit attraktiven Gemeinschaftsflächen, die bereits im Scharnhauser Park realisiert wurden.
Trotz der positiven Ansätze gibt es jedoch auch Defizite im Scharnhauser Park, wie den Mangel an Schattenplätzen und Trinkbrunnen. Um dem entgegenzuwirken, ist die fortwährende Entwicklung und Umsetzung innovativer Ideen in der Stadtplanung unerlässlich. Die Magistrate sind gefordert, zur Verbesserung des städtischen Klimas beizutragen, um die Lebensqualität für alle Bürger zu steigern, und die Forschung zu „Hitze in der Stadt“ wird in den kommenden Monaten intensiver untersucht, wie auf nationale-stadtentwicklungspolitik.de ausgeführt wird.