In Stuttgart wird ein ganz besonderes Ereignis gefeiert: Die Jewrovision findet erstmals in der baden-württembergischen Landeshauptstadt statt. Am selben Wochenende wie der Eurovision Song Contest in Wien, von Donnerstag, dem 14. Mai, bis zum darauffolgenden Freitag, wird die Atmosphäre in der Stadt von der Vorfreude auf den Wettbewerb geprägt sein. Igal Shamailov, der Leiter des Jugendzentrums Halev, drückt seine Freude über die Austragung in seiner Heimatstadt aus. Besonders bemerkenswert ist, dass die Show diesmal vor dem Schabbat stattfindet, was eine ganz eigene, festliche Stimmung verspricht.
Die Jewrovision ist der größte jüdische Gesangs- und Tanzwettbewerb in Europa und zieht Jahr für Jahr mehr als 1200 Jugendliche aus 60 jüdischen Jugendzentren und Gemeinden an. Der Wettbewerb, der 2002 ins Leben gerufen wurde, ist ein bedeutendes Event für die jüdischen Gemeinden in Deutschland. Igal Shamailov hat in der Stuttgarter Gemeinde jüdisches Leben kennengelernt und engagiert sich leidenschaftlich im Jugendzentrum. In diesem Jahr werden in Stuttgart etwa 50 Kinder und Jugendliche auftreten, was eine Premiere für die Gemeinde darstellt. Die Dortmunder Gruppe plant mit etwa 60 Teilnehmern, darunter die Hauptsängerin des Vorjahres.
Ein Wettbewerb mit Tradition
Der Wettbewerb selbst ist inspiriert vom Eurovision Song Contest und bietet eine Plattform für jüdische Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren, ihre Talente zu präsentieren. Die letzte Jewrovision in Hannover, wo das Jugendzentrum Halev den Wettbewerb gewann, zog rund 2.500 Zuschauer an. Die Stuttgarter Teilnehmer konnten sich gegen 13 Konkurrenten aus ganz Europa durchsetzen und performten einen Song der Black Eyed Peas, was zu ihrem Sieg mit 112 Punkten führte. Die Jury, bestehend aus prominenten Persönlichkeiten wie Mike Singer und Mateo Jaschik von Culcha Candela, bewertete die Auftritte nach verschiedenen Kategorien, die von Gesang bis Bühnenbild reichten.
Das diesjährige Motto der Jewrovision, „Voices of Hope“, spiegelt den Geist der Veranstaltung wider und wird durch Workshops und Ausflüge ergänzt. Auch ein Public Viewing des Eurovision Song Contests ist geplant, was die Verbindung zwischen den beiden Wettbewerben noch verstärken wird. Igal Shamailov berichtet von den Vorbereitungen und der Wehmut der Teilnehmer, da viele im nächsten Jahr zu alt sein werden, um erneut aufzutreten.
Ein Zeichen der Solidarität
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, betont die Bedeutung der Jewrovision als Zeichen der Solidarität für Jugendliche. Der Wettbewerb steht nicht nur für künstlerische Talente, sondern auch für das Zusammenkommen der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Die Veranstaltung wird seit 2013 vom Zentralrat der Juden organisiert und findet in der Regel in der Stadt des Vorjahressiegers statt, was die Vergabe nach Stuttgart umso bedeutsamer macht.
Die Jewrovision ist mehr als nur ein Wettbewerb; sie ist ein Symbol für den Zusammenhalt und die Kreativität jüdischer Jugendlicher in Europa. Mit der bevorstehenden Veranstaltung in Stuttgart wird erneut deutlich, dass die jüdischen Gemeinden lebendig und aktiv sind. Die Vorfreude auf die Show und die besondere Atmosphäre versprechen ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten. Weitere Informationen können auf den Seiten des Zentralrats der Juden und Jüdischen Allgemeinen nachgelesen werden.