Die Stadt Herrenberg hat am 27. Januar 2026 ihren Haushalt für das kommende Jahr verabschiedet, doch die finanzielle Situation präsentiert sich nach wie vor als äußerst düster. So berichtet Stuttgarter Nachrichten, dass trotz eines Sparpakets immer noch 7,6 Millionen Euro in der Stadtkasse fehlen. Die aktuelle Haushaltssumme weist ordentliche Aufwendungen von etwa 139,7 Millionen Euro auf, während das Defizit im laufenden Betrieb auf 7,5 Millionen Euro geschätzt wird, was die Dimension der finanziellen Herausforderung verdeutlicht.
Zur Verbesserung der Lage hat die Stadt die Grund- und Gewerbesteuer erhöht, um Einnahmen zu generieren. Ein weiterer Punkt im Haushaltsplan ist die Rückführung von Schulden in Höhe von 2,8 Millionen Euro. Jedoch bleiben Fragen zur Nutzung und den umstrittenen Projekten, wie dem Umbau des Rose-Platzes, im Raum. Die dafür veranschlagten Kosten liegen bei etwa einer Million Euro, und verschiedene Fraktionen, darunter die Grünen und die Freien Wähler, äußern Skepsis bezüglich dieser Ausgaben.
Kritische Kommentare und Pläne für die Zukunft
Die Frauenliste, vertreten durch Pauline Rist-Nowak, hat ebenfalls Bedenken zur Finanzplanung geäußert. Für die nächsten Jahre sind wichtige Investitionen vorgesehen, darunter der Neubau der Grundschule am Grafenberg mit einem Volumen von über 14 Millionen Euro sowie eine erste Finanzierungsrate für den Neubau des Feuerwehrhauses in Affstätt-Kuppingen. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Strategie zur Stärkung der Stadtentwicklung, die von der Stadtverwaltung, vertreten durch Oberbürgermeister Nico Reith und Ersten Bürgermeister Stefan Metzing, vorgestellt wurde.
Die Präsidenten der kommunalen Spitzenverbände, wie Burkhard Jung vom Deutschen Städtetag, zufolge hat die Stadt in dieser finanziellen Krise mit den größten Herausforderungen seit der Nachkriegszeit zu kämpfen. Die rasant steigenden Ausgaben und ein drohendes Defizit in den kommunalen Kernhaushalten, das im vergangenen Jahr fast 25 Milliarden Euro betrug, verschärfen die Problematik weiter. Diese Entwicklungen sind Teil einer umfassenderen Trendumkehr in der kommunalen Finanzpolitik, die durchaus alarmierend wirkt.
Ausblick auf die kommunale Finanzlage
Die Prognosen deuten darauf hin, dass die Defizite in den kommenden Jahren auf über 35 Milliarden Euro pro Jahr ansteigen könnten. Diese erhebliche Entwicklung wird auch von Meldungen der kommunalen Spitzenverbände aufgezeigt, die auf die Notwendigkeit nachhaltiger Reformen hinweisen. Insbesondere werden hier die wachsenden Ausgaben im Sozialbereich und für Personal als Hauptursachen genannt.
Um die finanziellen Herausforderungen zu bewältigen, werden von verschiedenen Akteuren Vorschläge zur Unterstützung der Kommunen laut. Dazu zählt die Möglichkeit einer Erhöhung des Anteils an der Umsatzsteuer für Städte sowie eine Überprüfung von Standards und Verfahren zur Kostensenkung. Zukünftige finanziellen Spielräume der Kommunen werden davon abhängen, ob Bund und Länder bereit sind, strukturelle Verbesserungen anzugehen.
In Herrenberg bleibt abzuwarten, wie sich die finanzielle Lage entwickeln wird, insbesondere im Hinblick auf die geplanten Maßnahmen in Bildung, Wohnen und Stadtentwicklung, und welche politischen Entscheidungen in der kommenden Zeit getroffen werden, um aus der Krise herauszukommen.