Die Stadtbahnlinie U 13, die von Hedelfingen bis Ditzingen verlängert werden soll, steht vor Herausforderungen. So gibt es Verzögerungen beim geplanten Halt im Gewerbegebiet Ditzingen. Laut Volker Christiani, dem Chefplaner der Stuttgarter Straßenbahnen AG, wird die Stadtbahn das Gewerbegebiet voraussichtlich nicht vor 2031 anfahren. Die finanziellen Rahmenbedingungen der Stadt Ditzingen erschweren die Umsetzung dieser Pläne erheblich. Oberbürgermeister Michael Makurath betont, dass die Stadtverwaltung grundsätzlich positiv gegenüber einer Verlängerung der Stadtbahnlinie eingestellt ist, aber die Finanzierung unter den aktuellen Bedingungen nicht möglich ist. Momentan kann sich die Stadt die nötigen Mittel nicht leisten.
Die Planungen für die U 13 sehen eine Neubaustrecke von 4,8 Kilometern vor, die von der Haltestelle Raststatter Straße in Stuttgart-Weilimdorf abzweigt. Ein Erörterungstermin im Planfeststellungsverfahren hat bereits stattgefunden, bei dem Einwände zu Trasse, Grünzug und landwirtschaftlichen Auswirkungen diskutiert wurden. Neun Hektar landwirtschaftliche Fläche könnten für die Stadtbahn geopfert werden. Der Planfeststellungsbeschluss wird für Ende des Jahres 2026 erwartet, während die Förderbescheide erst 2027 erteilt werden sollen. Die Gesamtkosten für die Verlängerung der U 13 werden auf rund 440 Millionen Euro geschätzt, wovon 210 Millionen Euro für den Bau und 230 Millionen Euro für einen neuen Betriebshof vorgesehen sind.
Finanzierung und Zustimmung
Der Gemeinderat der Stadt Ditzingen hatte bereits am 25. Juli 2023 grundsätzlich der Verlängerung der U 13 zugestimmt, doch die endgültige Entscheidung hängt stark von der Klärung der Finanzierung ab. Die Stadtbahnlinie soll von Feuerbach über Weilimdorf und Hausen bis zum Bahnhof Ditzingen verlängert werden. Die Kosten für das Ditzinger Teilstück betragen 70 Millionen Euro, während die Stadt Stuttgart 140 Millionen Euro für den Stuttgarter Abschnitt übernimmt. Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) plant zudem den Bau eines neuen Betriebshofes in Weilimdorf, um die Stadtbahnflotte zu erweitern. Ein Investitionskostenzuschuss der Stadt Stuttgart in Höhe von 25 Millionen Euro ist bereits beschlossen.
Herausforderungen der Infrastrukturfinanzierung
Die Diskussion um die Stadtbahnverlängerung findet vor dem Hintergrund eines enormen öffentlichen Finanzbedarfs für die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland statt. Eine neue Studie von Agora Verkehrswende und Dezernat Zukunft ermittelt einen Bedarf von fast 400 Milliarden Euro bis 2030, wobei der öffentliche Nahverkehr mit mehr als 181 Milliarden Euro den größten Teil ausmacht. Wiebke Zimmer von Agora Verkehrswende hebt die Notwendigkeit eines Neustarts in der Finanzierung des Verkehrssystems hervor, während Vera Huwe vom Dezernat Zukunft zusätzliche Kredite und Gebühren zur Sicherung der Infrastrukturfinanzierung vorschlägt.
Die Einführung einer Pkw-Maut könnte eine Möglichkeit darstellen, um die Kosten fair zu verteilen und die Unabhängigkeit von der öffentlichen Haushaltslage zu fördern. Auch die Einführung von ÖPNV-Beiträgen für alle wird diskutiert, um den öffentlichen Nahverkehr zu unterstützen. Diese Beiträge könnten bundesweit mit regional differenzierten Sätzen erhoben werden.
Für Ditzingen bleibt abzuwarten, wie sich die Finanzierung der Stadtbahnverlängerung entwickeln wird und ob die Pläne letztlich in die Tat umgesetzt werden können. Der Weg dorthin ist durch finanzielle Hürden und notwendige Planfeststellungsverfahren geebnet, die in den kommenden Jahren entscheidend sein werden.