Im Rems-Murr-Kreis ist die Grippewelle inzwischen deutlich spürbar, und die Infektionszahlen steigen kontinuierlich an. Die Lage hat sich in den letzten Wochen verschärft, was mit dem Beginn der Faschingszeit zusammenfällt. Laut den aktuellen Angaben von Stuttgarter Nachrichten werden die höchsten Fallzahlen der Saison Anfang Februar erwartet. Besonders betroffen sind die Kliniken, die vor allem Patienten mit schweren Verläufen oder Vorerkrankungen aufnehmen.
Derzeit sind in der Rems-Murr-Klinik in Schorndorf 10 und in Winnenden 23 Influenza-Patienten stationär behandelt, von denen sich 3 auf der Intensivstation befinden. Besonders alarmierend ist, dass im November und Dezember rund 100 Kinder ambulant und 65 stationär behandelt wurden. Die Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen eine Influenza-Inzidenz von 24,1 Fällen pro 100.000 Einwohner in Baden-Württemberg, während im Rems-Murr-Kreis nur 12,5 Fälle pro 100.000 registriert werden. Diese Unterschiede lassen sich teilweise auf lokale Ausbrüche zurückführen.
Aktuelle Entwicklungen der Atemwegserkrankungen
Zusätzlich ist die allgemeine Lage der Atemwegserkrankungen in Deutschland angespannt. Das RKI berichtet über eine Inzidenz von 8.800 akuten Atemwegserkrankungen (ARE) pro 100.000 Einwohner, was etwa 7,4 Millionen Erkrankten entspricht. Diese Werte sind seit der 2. Kalenderwoche 2026 steigend, wie RKI festgestellt hat. Die aktive Grippewelle begann bereits in der letzten Novemberwoche 2025 und ereignete sich somit zwei bis drei Wochen früher als in den Vorjahren. Dies wird als signifikante Abweichung von den Trends der letzten Jahre angesehen.
Hinsichtlich grippeähnlicher Erkrankungen (ILI) liegt die Inzidenz bei 2.300 pro 100.000 Einwohner, was etwa 1,9 Millionen Erkrankten entspricht. Die Daten stammen von 9.541 Beteiligten des GrippeWeb, von denen 832 einen ARE und 225 einen ILI meldeten. Die steigende Infektionsrate unterstreicht die Wichtigkeit der Influenza-Impfung, die nach wie vor die effektivste Schutzmaßnahme gegen schwere Verläufe darstellt.
Impfstatus und Empfehlungen
Die Impfquote bei über 60-Jährigen ist zwar gestiegen, bleibt jedoch bei jüngeren Menschen niedrig. Das RKI empfiehlt, sich auch jetzt noch impfen zu lassen, da die Wirkung der Impfung innerhalb von 10 bis 14 Tagen einsetzt. Vor allem bei hohem Fieber oder Atemnot sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Es wird auch geraten, die Hygiene zu beachten, um eine Verbreitung der Viren zu minimieren.
Zusammenfassend ist die Situation im Rems-Murr-Kreis und darüber hinaus ernst. Die aktuellen Daten zeigen, dass mehrere Erreger gleichzeitig zirkulieren und die Klinikzahlen steigen. Diese Lage erfordert besondere Aufmerksamkeit sowohl von der Bevölkerung als auch von den Gesundheitseinrichtungen, um einen weiteren Anstieg der Infektionen zu verhindern. Die Corona-Pandemie beeinflusst die Grippewelle in diesem Jahr zwar nicht direkt, sollte jedoch im Rahmen der Atemwegserkrankungen nicht außer Acht gelassen werden, wie ZDF Heute berichtet.