Im Rems-Murr-Kreis ist die Grippewelle spürbar und die Infektionszahlen steigen. Laut den aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) sind die Fallzahlen mit 12,5 Influenza-Fällen pro 100.000 Einwohner im Vergleich zu Baden-Württemberg, wo die Inzidenz bei 24,1 pro 100.000 liegt, relativ niedrig. Die höchsten Fallzahlen der Saison werden jedoch Anfang Februar erwartet, was oft mit der Faschingszeit zusammenfällt. Es ist wichtig zu beachten, dass die RKI-Daten nicht alle Erkrankungen erfassen, da viele Menschen nicht getestet werden oder Schnelltests verwenden. Lokale Ausbrüche können ebenfalls die Unterschiede zwischen den Landkreisen beeinflussen.

In den Rems-Murr-Kliniken wird derzeit ein Anstieg der hospitalisierten Patienten verzeichnet. Aktuell sind in der Rems-Murr-Klinik Schorndorf 10 Influenza-Patienten stationär, während in Winnenden 23 Patienten behandelt werden, darunter 3 auf der Intensivstation. In der Kinderklinik wurden im November und Dezember rund 100 Kinder ambulant und 65 stationär wegen Influenza behandelt. Die aktuelle Grippe-Saison zeigt sich dabei ähnlich wie in den Vorjahren, jedoch zirkulieren mehrere Erreger gleichzeitig, was die Situation komplizierter macht.

Impfung und Schutzmaßnahmen

Die Influenza-Impfung bleibt der wichtigste Schutz vor schweren Verläufen. Auffällig ist, dass viele schwer erkrankte Patienten oft ungeimpft sind. Die Impfquote bei über 60-Jährigen ist gestiegen, während sie bei jüngeren Altersgruppen nach wie vor niedrig bleibt. Die Grippe-Saison erstreckt sich üblicherweise von Ende November bis Anfang bis Mitte März, sodass eine Impfung auch jetzt noch sinnvoll sein kann, da die Wirkung nach 10 bis 14 Tagen einsetzt. Es wird dringend empfohlen, bei hohem Fieber oder Atemnot einen Arzt aufzusuchen und besonders auf Hygiene zu achten, insbesondere in Risikogruppen.

Aktuelle Daten des RKI zeigen eine hohe Aktivität von akuten Atemwegserkrankungen (ARE) mit einer Inzidenz von 8.800 pro 100.000 Einwohner, was schätzungsweise etwa 7,4 Millionen Erkrankten entspricht. Die Inzidenz von grippeähnlichen Erkrankungen (ILI) liegt bei 2.300 pro 100.000 Einwohner, was etwa 1,9 Millionen Erkrankten entspricht. Diese Zahlen belegen, dass die Atemwegserkrankungen seit der 2. Kalenderwoche 2026 im Trend steigend sind. In den Altersgruppen zeigt sich, dass Kinder zwischen 0 und 14 Jahren die höchste Inzidenz von 18.400 aufweisen, während Erwachsene ab 15 Jahren bei 7.300 liegen.

Die Lage im Kontext

Zusätzlich zur Grippewelle hat die Erkältungssaison in Deutschland begonnen, und viele Menschen sind betroffen. Die aktuelle Welle begann bereits in der letzten Novemberwoche 2025, was zwei bis drei Wochen früher ist als in den Vorjahren. Das RKI stuft die aktuellen Wochenwerte im Vergleich zu fünf nicht-pandemischen Vorsaisons als sehr niedrig bis sehr hoch ein. Auch wenn die Corona-Pandemie nicht mehr im Fokus steht, ist es wichtig, sich weiterhin gegen Grippe zu schützen. Die Daten zu neu auftretenden Symptomen wie Husten, Halsschmerzen und Schnupfen sind entscheidend für die Überwachung der Situation.

Insgesamt zeigt sich, dass die Grippewelle im Rems-Murr-Kreis und darüber hinaus ernst genommen werden sollte. Die Empfehlungen zur Grippeimpfung und zu Hygienepraktiken sind nach wie vor von zentraler Bedeutung für den Schutz der Bevölkerung vor schweren Krankheitsverläufen.

Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in der Grippewelle im Rems-Murr-Kreis können Sie den Artikel auf Stuttgarter Nachrichten lesen. Auch die aktuellen Daten des RKI sind auf ihrer Webseite unter RKI verfügbar. Weitere Details zur Erkältungssaison können Sie auf ZDF heute nachlesen.