Ab dem heutigen Tag, dem 12. Februar 2026, gilt in der Innenstadt von Göppingen eine neue Waffen- und Messerverbotszone. Diese Maßnahme wurde als direkte Reaktion auf die zuletzt vermehrt aufgetretenen Vorkommnisse mit Waffengewalt in der Stadt beschlossen. Die Stadtverwaltung hatte die Einführung dieser Verbotszone bereits am 11. Februar 2026 bekannt gegeben. Das Verbot tritt täglich von 16 Uhr bis 6 Uhr am Folgetag in Kraft und gilt bis zum 30. April 2027. In dieser Zone ist das Mitführen von gesetzlich benannten Waffen sowie von Messern nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt, wenn ein „berechtigtes Interesse“ nachgewiesen werden kann. Weitere Details zur Verordnung und eine Karte der Verbotszone sind online verfügbar.
Der Geltungsbereich der Verbotszone umfasst die Areale zwischen der Burgstraße/Friedrich-Ebert-Straße und der Bahnlinie sowie zwischen der Schillerstraße und der Mörikestraße. Auch der Bahnhofssteg fällt in diese Zone. Oberbürgermeister Alex Maier und Erster Bürgermeister Johannes Heberle betonen die Wichtigkeit dieser Maßnahme im Rahmen eines Gesamtkonzepts zur Erhöhung der Sicherheit in Göppingen. Die Polizei der Stadt begrüßt die Entscheidung und stuft die Innenstadt als „sicherheitsrelevanten Ort“ ein.
Hintergrund und Relevanz der Verbotszone
Die Einführung der Verbotszone ist Teil eines breiteren Trends, der in Deutschland zu beobachten ist. Nach mehreren Messerattacken, einschließlich des Terroranschlags in Solingen im August 2024, wurde der Druck auf die Politik stark erhöht, Waffenverbotszonen einzuführen. Die Bundesregierung reagierte darauf mit einer Verschärfung des Waffenrechts, insbesondere in Bezug auf Messer. Städte wie Saarbrücken und Neunkirchen haben ähnliche Zonen in Planung, während in Berlin bereits Verbotszonen in Kraft sind.
In Stuttgart wurde im Februar 2023 eine Waffenverbotszone eingeführt, die bis Februar 2027 verlängert wurde. Berichten zufolge wurden in Stuttgart in den zwei Jahren nach Einführung der Zone 116 verbotene Waffen beschlagnahmt, was zeigt, dass solche Maßnahmen durchaus Wirkung zeigen können. Polizeipräsident Markus Eisenbraun berichtete von einem Rückgang der Tötungsdelikte seit der Einführung der Verbotszone, während jedoch ein bundesweiter Anstieg der Messerdelikte zu verzeichnen ist.
Expertenmeinungen und kritische Stimmen
Die Meinungen über die Wirksamkeit von Waffenverbotszonen sind jedoch geteilt. Einige Experten, wie Professor Dirk Baier von der Universität Zürich, warnen davor, Gewalt einseitig jungen Männern mit Migrationshintergrund zuzuschreiben. Er fordert umfassendere Maßnahmen zur Gewaltprävention, wie Empathie- und Konfliktlösungstrainings in Schulen. Kritiker, wie der Linken-Stadtrat Luigi Pantisano, sehen in den Verbotszonen eine Diskriminierung bestimmter Bevölkerungsgruppen.
Insgesamt ist klar, dass Waffenverbotszonen lediglich Symptome bekämpfen und dass ein Bündel von Maßnahmen notwendig ist, um die Sicherheit in Städten wie Göppingen nachhaltig zu verbessern. Die Einführung dieser Verbotszone ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch die Diskussion über die besten Wege zur Kriminalitätsbekämpfung bleibt damit eröffnet.
Für weitere Informationen zur Verordnung und zur genauen Lage der Verbotszone besuchen Sie bitte die Artikel von SWR und Schwäbische Post.