In der heutigen Verbandsversammlung des Zweckverbands Gigabit Landkreis Göppingen wurden entscheidende Weichen für die digitale Zukunft der Region gestellt. Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Wahl von Landrat Möller zum neuen Vorsitzenden des Zweckverbands. Diese Position wird mit einer Satzungsänderung ab dem Jahr 2026 weiter professionell unterlegt, um den seit 2019 bestehenden Verband effektiv zu stärken. Neben Möller wurde Markus Schweizer, der Bürgermeister von Deggingen, zum Stellvertreter von Martin Stölzle gewählt. Die Verbandsstrukturen sind unter der Gigabit Region Stuttgart GmbH (GRS) organisiert, was den übergreifenden Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetzen unterstützen soll.
Der Geschäftsführer Hans-Jürgen Bahde präsentierte während der Versammlung einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand des Ausbaus in der Region. Dabei betonte Landrat Möller die zunehmende Bedeutung eines schnellen und stabilen Internets sowohl für private Haushalte als auch für Gewerbe. Die leistungsfähige Glasfasertechnologie spielt dabei eine zentrale Rolle, da sie als die modernste Lösung für die Datenübertragung gilt. Die GRS, die maßgeblich an der Unterstützung des Verbands beteiligt ist, wird ab April 2026 eine Vollzeit-Geschäftsführung einstellen, die mit der seit September 2025 angestellten Mitarbeiterin zusammenarbeitet.
Fördermittel für den Breitbandausbau
Ein bedeutender Schritt in Richtung digitaler Infrastruktur wurde am 13. Januar 2026 vollzogen, als Innen- und Digitalisierungsminister Thomas Strobl Förderbescheide für den kommunalen Breitbandausbau übergab. Die Gesamtförderung beläuft sich auf 231,16 Millionen Euro, von denen 18 Städte und Gemeinden im Landkreis Göppingen profitieren. Das Ziel dieser Förderungen ist es, Lücken in der Breitbandversorgung zu schließen, insbesondere in Gebieten, die für Unternehmen im Eigenausbau nicht wirtschaftlich wären. Hierbei beträgt das Fördervolumen des Landes etwa 38 Millionen Euro.
Unter den 18 beteiligten Städten und Gemeinden befinden sich unter anderem Albershausen, Bad Boll, Donzdorf und viele weitere. Tülin Gömec hat die Förderbescheide für den Zweckverband entgegengenommen und betont die Relevanz des Zugangs zu stablem Internet für alle Bürger und Gewerbetreibenden.
Strategische Bedeutung der digitalen Infrastruktur
Der Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen hat in Deutschland überragendes öffentliches Interesse, wie die Bundesregierung unterstreicht. Mit dem Inkrafttreten von Gesetzesänderungen ist es künftig einfacher, Genehmigungen für den Bau von Mobilfunkmasten und Glasfaserleitungen zu erhalten. Diese Reformen sind Teil eines umfassenden Plans, die digitale Infrastruktur in ganz Deutschland zu beschleunigen. Aktuell sind bereits 76,5 Prozent der Haushalte in Deutschland mit Gigabit-Anschlüssen versorgt, und über 93 Prozent der Fläche sind mit 5G-Netzen abgedeckt.
Ein gut ausgebautes digitales Netz ist nicht nur für den Alltag wichtig, sondern spielt auch in Krisensituationen, wie während der Corona-Pandemie oder anderen Notlagen, eine entscheidende Rolle. Die Verbindung von Glasfaseranschlüssen bis ins Haus und die flächendeckende 5G-Versorgung werden als essenziell für die wirtschaftliche Modernisierung und die Daseinsvorsorge der Bürger angesehen. Die Entwicklungen im Landkreis Göppingen spiegeln somit einen wichtigen Schritt in diese Richtung wider.