Die Geno-Akademie in Stuttgart-Birkach steht seit Jahren leer und sorgt für Diskussionen in der Region. Die Sanierung des ehemaligen Seminargebäudes sollte ursprünglich bereits 2019 abgeschlossen sein, doch immer wieder verzögern sich die Bauarbeiten aufgrund von Auflagen und Umplanungen. Der letzte Stand sieht vor, dass der Baubeginn für das Frühjahr 2026 angekündigt wurde. Die Universität Hohenheim plant, die Immobilie für elf Fachgebiete im Bereich Big Data und Informatik sowie ein Kommunikations-, Informations- und Medienzentrum zu nutzen. Damit soll ein modernes Zentrum für Forschung und Lehre entstehen, das den Anforderungen der digitalen Welt gerecht wird. Das Land erwarb das Gebäude 2016 für diesen Zweck, doch technische Mängel, insbesondere an den Brandmeldeanlagen, führten dazu, dass die Räume seit Oktober 2023 nicht mehr genutzt werden dürfen. Der Leerstand verursacht hohe monatliche Kosten von etwa 8600 Euro, zusätzlich rund 700 Euro für ein ehemaliges Gästehaus. Insgesamt hat das Land bisher etwa 300.000 Euro für den leerstehenden Komplex ausgegeben. Die geschätzte Bauzeit für die Sanierung beläuft sich auf etwa zweieinhalb Jahre, sodass die Universität frühestens Ende 2028 das Gebäude beziehen könnte – zwölf Jahre nach dem Erwerb durch das Land. Die Kosten für das Bauprojekt sind auf 15 Millionen Euro veranschlagt. Diese Informationen sind unter anderem in einem Artikel der Stuttgarter Nachrichten zu finden.

Ein weiterer Artikel der Vaihinger Kreiszeitung liefert ergänzende Informationen. Demnach gab der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband 2017 seinen Akademie-Standort Birkach auf, und die Universität Hohenheim kündigte im Jahr 2016 an, das Gebäude für Big Data und Informatik nutzen zu wollen. Bis Oktober 2023 konnte die Gebäudefläche interimsmäßig genutzt werden. Danach war dies aufgrund einer veralteten Brandmeldeanlage nicht mehr möglich. Im April 2023 wurden neue Auflagen erlassen, die eine Umplanung erforderlich machten. Die Verzögerungen wurden nicht nur durch die Stadt Stuttgart, die eine Überarbeitung des Brandschutzkonzepts forderte, sondern auch durch Kapazitätsausfälle bei Planungsbüros verursacht.

Das große Ziel: Ein Zentrum für Big Data

Die Pläne der Universität Hohenheim sehen vor, elf Fachgebiete mit dem Schwerpunkt Big Data und Informatik sowie ein Kommunikations-, Informations- und Medienzentrum im neuen Computational Science Hub (CSH) unterzubringen. Dies ist ein ambitioniertes Vorhaben, das die digitale Zukunft der Region entscheidend prägen könnte. Die Umstrukturierung des Gebäudes umfasst notwendige Maßnahmen im Brandschutz sowie die Erneuerung technischer Anlagen, Elektro- und Datennetze. Auch ein barrierefreier Zugang ist geplant, um allen Interessierten den Zugang zu ermöglichen. Trotz der hohen Kosten für das Projekt und der langen Wartezeiten zeigt sich der Landtagsabgeordnete Friedrich Haag (FDP) besorgt über die wirtschaftlichen Belastungen für den Steuerzahler und kritisiert die Verzögerungen. In einer Kleinen Anfrage an das Wissenschaftsministerium fordert er schnellere Genehmigungsprozesse und ein leistungsfähiges Baurechtsamt.

Insgesamt zeigt das Beispiel der Geno-Akademie in Birkach, wie komplex und langwierig die Umsetzung von Bildungsprojekten sein kann. Die Verzögerungen und die damit verbundenen Kosten werfen Fragen auf, die weit über die Region hinausgehen. Es bleibt zu hoffen, dass die geplanten Sanierungsmaßnahmen zügig vorankommen und die Universität Hohenheim bald in der Lage ist, ihre innovativen Pläne zu realisieren.