Am Kocher in Gaildorf, im Landkreis Schwäbisch Hall, beginnen am 2. Februar 2026 wichtige Gehölzpflegemaßnahmen, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen werden. Diese Arbeiten zielen darauf ab, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Stabilität der Ufergehölze zu gewährleisten. Das Regierungspräsidium Stuttgart informiert, dass die Unterhaltungsarbeiten voraussichtlich zwei Wochen dauern werden, diese jedoch witterungsbedingt um bis zu drei Tage verschoben werden könnten. Betroffen ist der Abschnitt von der Münsterbrücke an der B 19 bis zum Umspannwerk Unterrot, wo besonders stark hängende, kranke oder abgestorbene Ufergehölze gepflegt werden sollen.
Ein Augenmerk liegt dabei insbesondere auf der nicht standsicheren Esche, die im Zuge des Eschentriebsterbens oft geschwächte Exemplare hervorbringt. Diese werden entfernt, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Laut LWF Bayern führte das Eschentriebsterben seit 2008 zu massiven Schäden in Bayern, an jungen wie auch an älteren Bäumen. Die Vitalität der betroffenen Bestände hat sich verschlechtert, was das Risiko von Wurf oder Bruch bei Stürmen erhöht. In dem Zusammenhang wird angemerkt, dass Bäume mit schlechter Vitalität häufig keine sichtbaren Symptome zeigen, was die Überprüfung und Pflege der Bestände erschwert.
Maßnahmen und Herausforderungen
Die Gehölzpflegemaßnahmen werden abschnittsweise durchgeführt, um die Funktionen der gewässerbegleitenden Strukturen zu erhalten. Während der Arbeiten werden Habitatbäume für Tiere und Insekten geschont oder, falls notwendig, in entsprechender Höhe abgegliedert, um zukünftige Gefahren zu vermeiden. Überdies bleibt die Infrastruktur weitgehend unberührt, jedoch muss mit temporären Einschränkungen entlang des Loughborough Wegs in Schwäbisch Hall gerechnet werden.
Der Kocher gilt als Gewässer erster Ordnung, dessen Unterhaltung in Baden-Württemberg in der Verantwortung des Landes liegt. In der Pressemitteilung wird die Bevölkerung um Verständnis gebeten, speziell von Fußgängern und Radfahrern, die möglicherweise während der Arbeiten in der Nähe der Baustelle unterwegs sind.
Forschung zum Eschentriebsterben
Parallel zu den praktischen Maßnahmen gibt es auch Fortschritte in der Forschung zum Eschentriebsterben. Ein Teil der in Europa heimischen Eschen zeigt Widerstandsfähigkeit gegen den Erreger des Eschentriebsterbens (ETS), wie aus den Ergebnissen des Projekts FraxForFuture hervorgeht. Ziel dieser Forschungsanstrengungen ist die Etablierung eines resilienten Eschennachwuchses und die Eindämmung der Ausbreitung des ETS-Erregers. Sechs interdisziplinäre Forschungsverbünde haben in Zusammenarbeit mit der Forstpraxis daran gearbeitet, die Lebensfähigkeit dieser Baumart zu sichern. Die Ergebnisse dieser Studie, die 2024 abgeschlossen wird, geben Hoffnung auf den Erhalt der bedrohten Eschenbestände.
Die aktuellen Maßnahmen in Gaildorf und die Forschungsergebnisse verdeutlichen die Komplexität und die Notwendigkeit, sowohl präventive als auch reaktive Strategien im Umgang mit geschädigten Eschen zu entwickeln, um die Baumbestände langfristig zu schützen.