Im Rems-Murr-Kreis steht ein ungewöhnliches Grundstück bei Winterbach zum Verkauf, das das Interesse von Käufern wecken könnte, die auf der Suche nach einer besonderen Rückzugsmöglichkeit sind. Der 24-jährige Eigentümer, Ruben Wahl, bietet das etwa 1.100 Quadratmeter große Grundstück für einen Preis von 33.000 Euro an. Unter dem Garten befindet sich ein bemerkenswerter Bunker, der ursprünglich als Wasserspeicher in den 1930er Jahren errichtet wurde.
Der Bunker ist über eine schwere stählerne Luke zugänglich, die nur mit speziellen Schlüsseln und Werkzeugen geöffnet werden kann. In den Wintermonaten kann der Zugang erschwert werden, da die Luke bei Temperaturen unter Null gefriert. Mit einer Fläche von etwa 20 Quadratmetern und einer Wandstärke von rund einem Meter ist der Innenraum des Bunkers kühl, leicht feucht und schimmelfrei. Zusätzlich wurde eine zweite Luke entdeckt, die zu einem schmalen Stollen führt und sich unter einem Komposthaufen befindet.
Eine Oase der Abgeschiedenheit
Das Grundstück sieht von oben aus wie eine normale, leicht verwilderte Wiese am Waldrand und ist durch eine kleine Straße sowohl erreichbar als auch nicht einsehbar. Es gibt keine direkten Nachbarn und keine Zaunanlagen, was den Reiz für Natur- und Ruhe-Liebhaber erhöht. Wahl, der das Grundstück während der Corona-Pandemie als Rückzugsort erworben hat, nutzt den Bunker jedoch nicht und leidet nun unter beruflichen Veränderungen, die ihn ins Münchner Umland führen.
Die Nutzungsmöglichkeiten für das Grundstück sind vielfältig. Es bietet sich an als Notunterkunft, Lager für Vorräte oder als autarkes Gartenprojekt. Dabei könnte es durchaus auch als Bug-Out-Location genutzt werden, eine Art Rückzugsort, der in der heutigen Zeit bei Preppers zunehmend an Beliebtheit gewinnt. Der Bunker ist solide, hat Stehhöhe und ermöglicht damit flexible Nutzungsmöglichkeiten für seine zukünftigen Besitzer.
Historischer Kontext
Bunker sind ein faszinierendes Relikt aus einer anderen Zeit. Sie erinnern an die düstere Vergangenheit Deutschlands, als der Zweite Weltkrieg das Land prägte. Am 30. April 1945 war Berlin stark zerstört, und Adolf Hitler befand sich in einem Führerbunker, wo er mit seiner Schäferhündin Blondi Zeit verbrachte. Auch moderne Bunker sind stark von dieser Geschichte geprägt und finden heutzutage Verwendung in der Prepper-Szene, wo sie oft als Sicherheitsräume für Krisenszenarien angesehen werden. Die historische Rekontextualisierung solcher Orte zeigt, wie sich deren Bedeutung über die Jahre gewandelt hat und sie mittlerweile auch für moderne Überlegungen im Bereich der Notfallvorsorge wichtig sind.
Wer Interesse an diesem einzigartigen Grundstück hat, kann sich telefonisch bei Ruben Wahl unter 01 51/68 426 616 melden. Diese Gelegenheit könnte sich als wertvoller Rückzugsort in einer zunehmend ungewissen Welt erweisen.
Für weitere Informationen: Stuttgarter Nachrichten, Kleinanzeigen, Süddeutsche Zeitung.