Am 17. Juni 2025 gedenkt die Stadt Stuttgart der Opfer von Flucht und Vertreibung mit einem ökumenischen Gottesdienst, der von Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl und Weihbischof Thomas Maria Renz zelebriert wird. Der Gottesdienst findet in Stuttgart-Möhringen statt und steht unter dem Leitwort „In ihrem Wohl liegt euer Wohl“ (Jer 29,7b). Hierbei wird die Notwendigkeit, die Situation von Geflüchteten ins Bewusstsein zu rufen, in den Mittelpunkt gestellt.

Sabrine Gasmi–Thangaraja, die Leiterin des Bereichs Migration und Integration im Caritasverband für Stuttgart e.V., wird während des Gottesdienstes über die Herausforderungen berichten, vor denen geflüchtete Menschen stehen. Das Projekt ZIFA (Zielgerichtete Integration von Geflüchteten in Arbeit und Ausbildung) wird vorgestellt, um konkret auf die Integrationsbemühungen hinzuweisen. An der Veranstaltung sind auch Ordinariatsrätin Karin Schieszl-Rathgeb, Pfarrer Martin Uhl sowie die diözesane Flüchtlingsbeauftragte Justyna Höver beteiligt.

Gedenktag seit 2014

Der Gedenktag wird seit 2014 in Zusammenarbeit mit den Kirchen in Baden-Württemberg gefeiert. Die zentrale Gedenkveranstaltung des Landes findet traditionell am Mahnmal für die Charta der deutschen Heimatvertriebenen in Bad Cannstatt statt. Diese Charta, die 1950 unterzeichnet wurde, symbolisiert den Verzicht von Heimatvertriebenen auf Vergeltung und den Einsatz für ein vereintes Europa zur Lösung von Nationalitätenkonflikten des 20. Jahrhunderts.

Die Relevanz des Gedenktags wird durch die aktuellen globalen Flüchtlingszahlen unterstrichen. Rund 82 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, was der Bevölkerung Deutschlands entspricht. Dieses traurige Geschichtskapitel wird nicht nur in Stuttgart, sondern auch in anderen Städten wie Heidelberg behandelt. Dort wird ein ähnlicher Gedenkgottesdienst von vier großen christlichen Kirchen organisiert, der dem Weltflüchtlingstag am 20. Juni vorausgeht. Das Motto dieses Gottesdienstes ist „mit Gott auf dem Weg“.

Veranstaltungen an verschiedenen Orten

Der Gottesdienst in Heidelberg stellt die Erfahrungen der Vertriebenen in den Vordergrund. Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh und Bischof Gebhard Fürst betonen die Notlage von Flüchtlingen an den Außengrenzen der EU. Während aus gesundheitlichen Gründen nur eine begrenzte Anzahl von Menschen teilnehmen konnte, wurde im Freien gefeiert, wodurch ein starkes Zeichen der Gemeinschaft gesetzt wurde. Bischof Fürst hebt die Bedeutung des christlichen Liebesgebots hervor, welches Menschen, die nach einer neuen Heimat suchen, unterstützen soll.

Die Veranstaltung schloss eine Prozession ein, die am Stadtrand von Heidelberg begann und in das Erstaufnahmezentrum führte. Diese Prozession beinhaltete Gebete, Lieder und das Gedenken an die geflüchteten Menschen. Geschichten von Vertriebenen wurden vorgelesen, um die Fluchtursachen und individuellen Erlebnisse zu verdeutlichen. Hierbei wurde auch die Situation eines Christen aus dem Iran thematisiert, der wegen religiöser Verfolgung seine Heimat verlassen musste.

Die Bischöfe appellieren an die Notwendigkeit, die Ursachen von Flucht anzugehen und fordern sichere Fluchtwege für all diejenigen, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Einrichtungsleiter Markus Rothfuß des Erstaufnahmezentrums in Heidelberg betont es als wichtig, den „Geist von 2015“ zu bewahren, bei dem ein rechtsstaatliches Verfahren gemeinsam mit einer humanitären Haltung verfolgt wird.

Der ökumenische Gottesdienst in Stuttgart und die Gedenkveranstaltung in Heidelberg sind klare Ausdrucksformen des menschlichen Mitgefühls in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen. Es ist eine Einladung zum Nachdenken, Handeln und zur Solidarität mit denen, die ihr Zuhause verloren haben.

Für weitere Informationen über den Gedenktag besuchen Sie bitte drs.de und ekiba.de.