Am Sonntag, dem 1. März 2026, wird eine besondere Führung im Hotel Silber in Stuttgart stattfinden. Dieses Gebäude hat eine belastete Geschichte, denn während der NS-Zeit diente es als Hauptquartier der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Die geplante Ausstellung wird sich mit den Täter*innen und Opfern sowie der Rolle der Gestapo in Diktatur und Demokratie auseinandersetzen. Die Abfahrt nach Stuttgart erfolgt um 12:17 Uhr am Marktplatz in Wäschenbeuren, wobei die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen wird. Vom Hauptbahnhof Stuttgart sind es nur etwa 20 Minuten Fußweg bis zum Hotel Silber.
Die Führung durch das Museum dauert etwa eine Stunde, und im Anschluss ist ein gemeinsames Treffen im Weltcafé geplant. Die Kosten für die Führung werden freundlicherweise vom Albverein übernommen. Leider ist eine Anmeldung nicht mehr möglich, da die Veranstaltung bereits ausgebucht ist. Die Organisatorin dieser interessanten Veranstaltung ist Heike Behrendt. Weitere Informationen zur Veranstaltung sind auf der Website des Albvereins zu finden, die Sie unter diesem Link erreichen können.
Einblick in die Geschichte des Hotel Silber
Das Hotel Silber wurde ursprünglich von 1928 bis 1933 als Polizeipräsidium Stuttgart und Politische Polizei genutzt. Ab 1933 wurde es dann zum Hauptquartier der NS-Geheimpolizei für Württemberg und Hohenzollern. Nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte das Gebäude verschiedene Dienststellen der kommunalisierten Polizei und fungierte von 1949 bis 1984 sogar als Gefängnisanstalt.
Im Jahr 2007 plante das Land Baden-Württemberg zusammen mit der Kaufhauskette Breuninger den Abriss des Hotel Silber für ein Neubauprojekt. Doch eine Initiative, unter der Leitung des Architekten Roland Ostertag, setzte sich für den Erhalt des historischen Gebäudes und die Schaffung eines Erinnerungsorts zur NS-Vergangenheit ein. Trotz Widerstand und abgelehnten Anträgen auf Denkmalschutz sowie einem Bebauungsplan, der nur den Erhalt des Kellers und Teile der Fassade vorsah, gelang es der Initiative, die Diskussion um den Erhalt des Gebäudes voranzutreiben.
Der Weg zum Erinnerungsort
Im Jahr 2011 kam es zu einer Einigung zwischen den Grünen und der SPD, um das Gebäude zu erhalten. Schließlich wurde am 3. Dezember 2018 der Erinnerungsort eröffnet, der auf drei der vier Etagen des Ostflügels eingerichtet wurde. Dieser Ort bietet einen Raum für das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und vermittelt Wissen über die Geschichte des Hotel Silber, die eng mit den Verbrechen der Gestapo verknüpft ist.
Im Kontext der vielfältigen Erinnerungslandschaft in Deutschland nimmt das Hotel Silber eine besondere Rolle ein. Die Datenbank „Erinnerungsorte“ der Bundeszentrale für politische Bildung listet rund 450 Gedenkstätten, Museen und Dokumentationszentren auf, die an die verfolgten und ermordeten Menschen während der NS-Zeit erinnern. Solche Orte sind von grundlegender Bedeutung für die historische Bildung und das kollektive Gedächtnis, da sie uns die Möglichkeit bieten, aus der Vergangenheit zu lernen und die Geschehnisse kritisch zu reflektieren.