Am Donnerstag, dem 12. März 2026, begann die Spargelernte bei Fellbach-Schmieden im Rems-Murr-Kreis, was für die Region eine erfreuliche Nachricht ist. Spargelbauer Phillip Bauerle und 15 Erntehelfer haben die ersten Dämme aufgedeckt und ernten bereits die ersten Stängel. Diese frühe Ernte ist ein Resultat der günstigen Wetterbedingungen in den letzten drei Wochen, die es den Pflanzen ermöglicht haben, optimal zu gedeihen. Bauerle verkauft den frischen Spargel der besten Kategorie in seinem Hofladen für bis zu 20 Euro pro Kilogramm. Trotz gestiegener Lohn- und Betriebskosten orientiert er sich an den Preisen des Vorjahres, was für die Verbraucher eine positive Nachricht darstellt.
Die Spargelsaison wird voraussichtlich am 24. Juni enden, und die Bauern blicken optimistisch auf die Ernte zurück. Am Ende der Saison werden etwa 300 Tonnen Spargel vom Schmiedener Feld erwartet, davon rund 200 Tonnen für den Verkauf. Zu Beginn der Ernte sind die Stangen häufig krummer und dünner, jedoch verbessert sich die Qualität im Laufe der Saison. Seit 2019 ist die Anbaufläche für Spargel in Baden-Württemberg um fast 20% gesunken, was auch einen Rückgang im Pro-Kopf-Verbrauch zur Folge hatte. Bauerle ist einer der vier größeren Spargelbauern in der Region Stuttgart und hat den Betrieb seiner Eltern vor zwölf Jahren übernommen. Um gute Erntehelfer zu gewinnen, die oft aus Rumänien kommen, zahlt er meist mehr als den Mindestlohn, um erfahrene Mitarbeiter zu halten. In der Hochphase der Ernte können bis zu 80 Helfer gleichzeitig auf seinen Feldern arbeiten.
Frühere Ernte und Wetterbedingungen
Die frühe Spargelernte ist nicht nur ein lokales Phänomen. Frühlingshaftes Wetter lässt auf eine bedeutende Ernte hoffen, und die ersten Spargelstangen könnten bereits im März verfügbar sein. Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer erwartet nennenswerte Erntemengen ab dem 20. März. Die Pflanzen profitierten von einem trockenen Herbst und einem kalten Winter, was zu einer besseren Energieeinlagerung geführt hat. Anbauberater Ludger Aldenhoff berichtet, dass die Spargelstangen üppig austreiben. Zu Ostern wird ausreichend Spargel für alle erwartet, und die Preise bleiben stabil. Bruch- und Suppenspargel sind unter 10 Euro pro Kilogramm erhältlich, während Sonntagsspargel in bester Qualität nicht über 20 Euro pro Kilogramm kostet.
Im Jahr 2025 wurden bundesweit fast 105.000 Tonnen Spargel geerntet, was einem Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren entspricht. Der durchschnittliche Spargelpreis lag 2025 bei etwa 4,53 Euro pro Kilogramm, was einen Anstieg von 35% im Vergleich zu 2020 darstellt. In Deutschland bauten rund 1.350 Betriebe Spargel auf gut 19.200 Hektar an, wobei der überwiegende Teil weißer Spargel ist.
Die Rolle der Saisonarbeitskräfte
Ein wichtiger Aspekt der Spargelernte sind die Saisonarbeitskräfte. Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind von insgesamt 875.900 Arbeitskräften in der Landwirtschaft etwa 242.800 Saisonarbeitskräfte, was 28% entspricht. Interessanterweise ist der Anteil der Saisonarbeitskräfte seit 2013 gesunken. In Baden-Württemberg beträgt der Anteil 31%. Ein hoher Frauenanteil unter Saisonarbeitskräften ist ebenfalls bemerkenswert: 44% sind weiblich, im Vergleich zu 32% bei Familienarbeitskräften.
Der Rückgang der Anbaufläche für Spargel ist ein Trend, der nicht nur in Baden-Württemberg zu beobachten ist. 2024 wurden in Deutschland rund 108.100 Tonnen Spargel geerntet, was einen Rückgang um 3% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Die höchsten Erntemengen kommen aus Niedersachsen, Brandenburg, Bayern und Nordrhein-Westfalen, die zusammen 75% der gesamten Spargelernte ausmachen. Trotz dieser Herausforderungen bleibt Spargel das Gemüse mit der größten Anbaufläche in Deutschland, gefolgt von Speisezwiebeln und Karotten.
Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie die vollständigen Berichte auf SWR, Tagesschau und Destatis einsehen.