Im Frühling wandern Tausende von Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche in Stuttgart zu ihren Laichgewässern. Angesichts der Gefahren, die diese Tiere beim Überqueren von Straßen ausgesetzt sind, ist es erforderlich, Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Besonders gefährdet sind die sogenannten „Traditionslaicher“, darunter Erdkröten, Grasfrösche, Bergmolche und Feuersalamander. Diese Amphibien kehren jährlich an ihre Geburtsgewässer zurück, um dort ihren Nachwuchs zu zeugen. Die Wanderbewegungen werden vor allem von milden Temperaturen zwischen vier und fünf Grad Celsius sowie von Regenfällen ausgelöst.
Die Überlebenschancen der wandernden Amphibien sind stark abhängig vom Straßenverkehr. In Gebieten mit hohem Wanderaufkommen sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Tiere überleben, mit zunehmendem Fahrzeugaufkommen. In Stuttgart sind insbesondere die Waldflächen um den Rot- und Schwarzwildpark, die Waldebene Ost, die Scharnhauser Straße, nördliches Möhringen sowie das Naturschutzgebiet „Unteres Feuerbachtal“ betroffen.
Schutzmaßnahmen für Amphibien
Um die bedrohten Amphibienarten zu schützen, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen. Diese umfassen permanente Leiteinrichtungen, Amphibiendurchlässe und wichtige verkehrsbehördliche Maßnahmen. Betroffene Straßenabschnitte sind durch das Gefahrzeichen „Krötenwanderung“ gekennzeichnet. Diese Initiativen sind notwendig, da viele Ehrenamtliche in der laufenden Saison bestätigt haben, dass der Amphibienschutz äußerst herausfordernd ist. Der NABU berichtet von einem Anstieg der geretteten Amphibien von 5.000 im Vorjahr auf 7.150 in diesem Jahr. Dies zeigt das Engagement zahlreicher freiwilliger Helfer, die unter anderem Schutzzäune aufstellen und Kontrollgänge durchführen.
Die Wetterbedingungen spielen eine entscheidende Rolle bei den Wanderbewegungen der Amphibien. Milder Temperaturen und Niederschläge sind ausschlaggebend. So berichtete beispielsweise Norbert Möller vom NABU Großenhausen von ungünstigen Wetterbedingungen, die zu einem Rückgang der Populationen von Grasfrosch und Erdkröte führten.
Rolle von Ehrenamtlichen und Unterstützung
Ehrenamtliche Helfer sind für den Erfolg des Amphibienschutzes unverzichtbar. Sie sammeln die Tiere in Transporteimern und tragen sie sicher über die Straßen. Der NABU ruft zudem zur Meldung von Beobachtungen auf, insbesondere von Moorfröschen, und sucht dringend nach neuen Helfern für den Amphibienschutz. Baustellen und Straßenbau dürfen ebenfalls nicht vergessen werden: Ein Leitfaden des baden-württembergischen Ministeriums für Verkehr beschreibt, wie man Amphibienschutzanlagen an Straßen planen, bauen und unterhalten kann. Dies soll dazu beitragen, die gefährdeten Amphibienbiotope zu schützen.
Insgesamt zeigt die aktuelle Situation in Stuttgart und anderen Regionen, dass der Schutz der Amphibien vor den Gefahren des Straßenverkehrs ein Gemeinschaftsprojekt ist, das sowohl lokale Behörden als auch engagierte Bürger verlangt. Schutzzäune, regelmäßige Kontrollen und vor allem das Bewusstsein der Öffentlichkeit sind entscheidend für den Erhalt dieser faszinierenden Tierarten.