Am Samstag fanden sich 19 freiwillige Helfer zu einem Pflegeeinsatz an den Wernauer Baggerseen ein. Ziel des Engagements war es, die offenen Flächen im Naturschutzgebiet zu erhalten und das Wachstum von Bäumen zu kontrollieren. Roland Appl vom Nabu-Kreisverband betont die Notwendigkeit menschlichen Eingreifens, um einer Verwaldung entgegenzuwirken. Diese Einsätze bieten nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Natur, sondern ermöglichen es den Helfern auch, in ein normalerweise unzugängliches Gebiet einzutauchen.
Während des Einsatzes wurden Spuren von Bibern entdeckt, jedoch keine Tiere selbst. Ein Biberpaar lebt am kleinen See, ein weiteres Paar ist auf der anderen Seite des Neckars ansässig. Der Umgang mit Bibern ist von hoher Relevanz, da Gartenbesitzer und Landwirte unter Schäden durch Biberverbiss sowie Vernässungsschäden leiden, die durch größere Dammbauten entstehen können. Um Konflikte zu lösen, gibt es die Möglichkeit zur Ausbildung von Biberberatern im Rahmen eines Ehrenamtes, welche vom Nabu unterstützt wird.
Vielfältige Tätigkeiten der Freiwilligen
Die aktiven Helfer fällten kleine Bäume, entfernten Gehölze und vernichteten Brombeeren. Der Grünschnitt wurde aufgeschichtet und anschließend mit einem Traktor abtransportiert. Im Naturschutzgebiet wurde zudem ein Hochsitz für Jäger errichtet, um die Population von Waschbären und Füchsen zu kontrollieren.
Roland Appl kündigt zudem ein geplantes Kiebitz-Projekt an, das darauf abzielt, geeignete Brutbedingungen für diese seltenen Vögel zu schaffen. Solche Projekte sind eine wichtige Ergänzung zu den Pflegeeinsätzen, die das Ökosystem unterstützen und den Schutz der Biodiversität fördern.
Der Biber als Teil des Ökosystems
Der Biber spielt eine bedeutende Rolle innerhalb des Ökosystems. Er gestaltet seine Umgebung aktiv durch Dammbau, Grabungen und das Benagen von Gehölzen und trägt somit zur Biodiversität bei. Lebensräume für Libellen, Amphibien, Reptilien, Fische und Vögel werden durch seine Aktivitäten gefördert. Der Biber ist nach der europäischen FFH-Richtlinie und dem Bundesnaturschutzgesetz eine streng geschützte Art, die naturnahe Gewässerabschnitte, Nahrungsgehölze und ruhige Uferbereiche benötigt.
Probleme, die durch intensive Landnutzung und starke Veränderungen der natürlichen Flussaue entstehen, verdeutlichen die Notwendigkeit, Auen und Flüsse zu schützen. Der Schutz solcher Gebiete ist nicht nur für den Biber, sondern auch für viele andere Arten von entscheidender Bedeutung. Um das Bewusstsein für den Biber und sein Lebensumfeld zu schärfen, werden Exkursionen und Vorträge angeboten.
Der nächste Pflegeeinsatz in Wernau ist für den 24. Februar um 9 Uhr geplant, der Treffpunkt ist bei den Wernauer Sportfreunden in der Stadionstraße. Engagierte Bürger sind herzlich eingeladen, sich an den zukünftigen Einsätzen zu beteiligen und einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz zu leisten, wie Stuttgarter Nachrichten, Augsburg.de und NABU berichten.