Felix Feuerbach, Geschäftsführer der Bold KBC Center for Innovation GmbH, äußerte sich in einem aktuellen Gespräch über die Herausforderungen und Fragen rund um die Elektromobilität und Nachhaltigkeit, insbesondere in Bezug auf die Reparatur und das Recycling von Hochvoltbatterien (HV-Akkus). Ein zentrales Thema war die Degradation der Akkus von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEVs) und ob diese ein generelles Problem oder eher Einzelfälle sind. Feuerbach bemerkte, dass E-Autos, wie die Londoner Taxis, die bereits seit rund einem Jahrzehnt im Einsatz sind, beachtliche Kilometerleistungen und Ladezyklen erreicht haben, ohne dass die Degradation der Akkus das größte Problem darstellt. Vielmehr sind Defekte durch Fertigungs- oder Montagefehler häufiger.
Die Vielzahl unterschiedlicher Zellchemien und Speichertechnologien in E-Autos macht es jedoch schwierig, eine pauschale Aussage zur Degradation zu treffen. Feuerbach kam zu dem Schluss, dass die Degradation des Akkus nicht so gravierend ist, wie ursprünglich befürchtet. Dies steht im Einklang mit den Erkenntnissen über Lithium-Ionen-Akkus, die seit den frühen 1990er Jahren in der Unterhaltungselektronik eingesetzt werden.
Langzeitstudien zur Batterieleistung
Die Effektivität der Lithium-Ionen-Technologie wurde seitdem auch in der Automobilindustrie weiterentwickelt. Martin Eberhard gründete 2003 Tesla und brachte 2008 den Tesla Roadster mit einer Reichweite von rund 320 km auf den Markt, der 6.831 handelsübliche Rundzellen verwendete, die ursprünglich für Laptops gedacht waren. Diese Grundsteine haben zur Entwicklung von mehr als 320.000 Nissan Leaf, dem ersten in Großserie produzierten Fahrzeug mit Lithium-Ionen-Akku, beigetragen, das von 2011 bis Ende 2017 gefertigt wurde.
Allerdings zeigt eine Auswertung zur Batteriealterung, die den Einfluss auf die Reichweite von Elektroautos untersucht, einige interessante Details. Verschiedene Modelle wie der Tesla Model 3 und der Volvo EQC weisen unterschiedliche Reichweitenverluste auf, abhängig von Alter, Kilometerstand und Gesundheitszustand (State of Health, SoH).
| Modell | Kilometer (km) | Alter (Jahre) | SoH (%) | Reichweitenverlust (km) |
|---|---|---|---|---|
| Model 3 Performance | 45.500 | 2 | 95,0 | 28 |
| EQC 400 4MATIC | 36.300 | 3 | 97,7 | 10 |
| i3 (94 Ah) | 93.700 | 6 | 90,0 | 22 |
| ZOE Z.E.50 | 23.000 | 2 | 97 | 12 |
Die Auswertung zeigt, dass selbst bei langjährigen Fahrzeugen die Degradation oft innerhalb überschaubarer Grenzen bleibt. Auch bei hochbelasteten Modellen wie dem Tesla Model 3 gibt es Einsichten, die darauf hindeuten, dass die Bedenken bzgl. der Degradation nicht die einzige Sorge für E-Auto-Besitzer sein sollten. Es wird deutlich, dass die Herstellung und Wartung solcher Fahrzeuge ebenso kritisch beobachtet werden müssen, um die volle Funktionalität und Sicherheit zu gewährleisten.
Die Diskussion um Elektromobilität bleibt spannend und ist geprägt von sowohl technischen Herausforderungen als auch dem Potenzial, die alltägliche Mobilität nachhaltig zu gestalten. Links zu den weiteren Informationen: kfz-betrieb.vogel.de und praxis-elektroauto.de.