Das Land Baden-Württemberg hat jüngst den Bauauftrag für eine wichtige Neubaustrecke zur Entlastung des Güterverkehrs zwischen Offenburg und Müllheim erteilt. Der Zuschlag für die ersten Baumaßnahmen wurde an die Firma Implenia vergeben. Mit diesem Projekt soll nicht nur die Rheintalbahn entlastet, sondern auch die Betriebsqualität sowie die Pünktlichkeit für den Personen- und Güterverkehr signifikant verbessert werden.
Die Baustelle wird im ersten Halbjahr 2026 ihre Arbeiten aufnehmen. Sie umfasst einen rund 11 Kilometer langen Abschnitt zwischen Riegel und March, in dem insgesamt 23 Brücken erweitert werden müssen. Diese Brücken sind von zentraler Bedeutung, da sie sowohl die Bundesautobahn A5 als auch die bestehende Bahnstrecke überspannen werden. Die Bauarbeiten beginnen rund um den Feuerbach, auf Höhe von Nimburg, wo der bestehende Durchlass durch ein größeres Rahmenbauwerk ersetzt werden muss.
Projekte zur Modernisierung der Infrastruktur
Für die Realisierung der neuen Güterzugstrecke wird der Feuerbach verlegt, um ausreichend Platz für die Arbeiten zu schaffen. Technischer Projektleiter Bernd Dassler betont dabei die schrittweise Erneuerung der Bauwerke, um verkehrliche Einschränkungen während der Bauzeit zu minimieren. Die geplante Erneuerung der Brücken über den Feuerbach und der Kreisstraße K5130, die zwischen Bottingen und Reute verläuft, soll ebenfalls bis 2026 abgeschlossen sein. Der gesamte Abschnitt 8.1 ist in etwa 10 Vergabepakete unterteilt, wobei das Marktinteresse für den Bau der Güterzugstrecke positiv aufgenommen wurde. Die Bauzeit für die ersten Bauwerke wird auf circa 1,5 Jahre geschätzt.
Die Neubaustrecke steht im Kontext einer umfassenderen Modernisierung der Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel, die bereits über 170 Jahre alt ist. Diese Strecke wird täglich von über 300 Zügen für Nah-, Fern- und Güterverkehr genutzt. Die Anpassung der Strecke beinhaltet den Bau von zwei zusätzlichen Gleisen, was wiederum mehr Platz für verschiedene Zugtypen schaffen soll. Reisende im Fernverkehr dürfen sich auf eine Fahrzeitersparnis von bis zu einer halben Stunde freuen, da die Fahrt zwischen Karlsruhe und Basel nun etwa 70 Minuten in Anspruch nehmen wird. Außerdem ermöglicht die neue Strecke Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h.Karlsruhe-Basel zeigt sich als Reaktion auf das stetig wachsende Verkehrsaufkommen auf der Schiene und soll den Nach- und Güterverkehr signifikant unterstützen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die bevorstehenden Bauarbeiten zur Güterstrecke Offenburg-Müllheim einen entscheidenden Schritt zur Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur in Baden-Württemberg darstellen. Die Maßnahmen sind darauf ausgelegt, sowohl den Güter- als auch den Personenverkehr zu entlasten und die gesamte Region wirtschaftlich zu stärken.