Am Morgen nach dem Brand im Engelbergtunnel in Leonberg (Kreis Böblingen) und Gerlingen (Kreis Ludwigsburg) sind die Straßen stark verstopft. Autofahrer, die auf der A8 unterwegs sind, müssen sich auf kilometerlange Staus einstellen, insbesondere auf der Überleitung zur A81. Anwohner berichten von chaotischen Verkehrsbedingungen und langen Wartezeiten an Kreuzungen. Der Engelbergtunnel wird als Nadelöhr beschrieben; bei Schließung versuchen viele Autofahrer, Umleitungen zu nutzen. In angrenzenden Ortschaften sehen sich Anwohner oft mit Ausweichverkehr konfrontiert. Eine Frau aus Gerlingen berichtet, dass sie für zwei Kilometer 40 Minuten benötigte.
Die Situation wird durch Lkw, die durch Wohngebiete fahren, weiter erschwert, was zu zusätzlichen Verkehrsbehinderungen führt. Eine neu programmierte Ampelschaltung hat die Verkehrssituation etwas verbessert, jedoch wird im Berufsverkehr weiterhin mit Behinderungen gerechnet. Autofahrer auf der A81 werden an der Ausfahrt Feuerbach ausgeleitet, Lkw bereits ab Zuffenhausen. Die Polizei empfiehlt, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Im Tunnel wurden 300 Meter Sicherheitstechnik komplett zerstört. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Elektriker und Bauwerksprüfer haben in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch im Tunnel gearbeitet. Zerstörte Tunneltechnik und lose Betonteile wurden entfernt, Gitter zur Sicherung montiert.
Ein Brand sorgt für massive Verkehrsbehinderungen
Der Engelbergtunnel auf der A81 (Heilbronn – Stuttgart) nahe Leonberg bleibt in Fahrtrichtung Stuttgart nach einem Fahrzeugbrand wochenlang gesperrt. Die Vollsperrung und die kilometerlangen Staus resultieren aus dem Brand eines mit Kühlschränken beladenen Lastwagen-Anhängers am 3. März. Während die Oströhre in Fahrtrichtung Heilbronn bereits am 4. März freigegeben wurde, bleibt die Weströhre aufgrund großer Schäden auf unbestimmte Zeit gesperrt. Der gesperrte Abschnitt erstreckt sich zwischen Stuttgart-Feuerbach und dem Dreieck Leonberg in Richtung Stuttgart. Auch die Überleitung von Karlsruhe kommend ist gesperrt, der Verkehr wird in die Oströhre umgeleitet.
Die Polizei empfiehlt großräumiges Umfahren des Gebiets, beispielsweise über die A5, A6 und A7. Lange Staus auf der A81 waren am Mittwochvormittag zu beobachten. Der Brand im Tunnel ereignete sich am Dienstagnachmittag, als der Lkw-Fahrer seinen Anhänger abkoppelte; es waren keine weiteren Fahrzeuge betroffen. Die Ursache des Brandes ist zunächst unklar. Insgesamt waren 386 Rettungskräfte mit 57 Fahrzeugen im Einsatz, wobei drei Personen verletzt wurden. Massive Beton-Abplatzungen an der Tunneldecke sowie Schäden an Kabeln der Tunnelsteuerung und der Brandmeldeanlage wurden festgestellt.
Übergreifende Sicherheitsmaßnahmen und Empfehlungen
Der Engelbergtunnel stellt einen zentralen Knotenpunkt im Großraum Stuttgart dar und verbindet Nord- und Süddeutschland. Nach Brandunfällen in Alpentunneln um die Jahrtausendwende hat das Bundesministerium für Verkehr (BMV) die Sicherheitsanforderungen an Straßentunnel überprüft. In Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Experten wurden Verbesserungen für die Selbstrettung der Tunnelnutzer im Brandfall erarbeitet. Die neuen Sicherheitsmaßnahmen entsprechen europäischen Tunnelrichtlinien und übertreffen viele Mindestanforderungen.
In Deutschland haben Straßentunnel ein hohes Sicherheitsniveau im internationalen Vergleich. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, wurden bestehende Tunnel an die neuen Regelungen angepasst. Instandhaltungsmaßnahmen beinhalten Anpassungen an den Stand der Technik und kontinuierliche Sicherheitsverbesserungen. Das richtige Verhalten der Tunnelnutzer ist entscheidend, sowohl im Regelbetrieb als auch in Störfällen. Das Ministerium hat ein Faltblatt „Sicher durch #mehrAchtung im Tunnel“ herausgegeben, das über Sicherheitseinrichtungen in Straßentunneln und deren Funktion bei Stör- und Brandfällen informiert. Weitere Tipps und Informationen zur Tunnelausstattung und Sicherheitseinrichtungen sind auf einer Website verfügbar.
Für detaillierte Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Verkehrslage im Engelbergtunnel können Sie die Artikel von SWR Aktuell und ADAC besuchen.