Die Syna GmbH, die Netztochter des Energieversorgers Süwag, hat bedeutende Bauprojekte im Rems-Murr-Kreis initiiert, um die Stromnetze in den Kommunen Auenwald, Aspach und Spiegelberg zu modernisieren. Diese Maßnahmen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Energiewende in Deutschland an Fahrt gewinnt. Der vollständige Atomausstieg ist vollzogen, und der Kohleausstieg ist im Gange. Gleichzeitig steigt der Stromverbrauch durch veränderte Verbrauchsgewohnheiten, insbesondere durch Elektroladesäulen und Wärmepumpen, an. Der Stuttgarter Nachrichten berichtet, dass Syna rund 30% der Ortsnetzstationen bis 2026 intelligent ausbauen möchte, um den Anforderungen des dezentralen Betriebs gerecht zu werden.

In Auenwald-Heslachhof sind seit August 2025 Bauarbeiten im Gange. Ab Ende Januar 2026 sollen im südlichen Teil von Heslachhof neue Ortsnetz-Erdkabel verlegt und Hausanschlüsse erstellt werden. Diese Arbeiten führen zur abschnittsweisen Vollsperrung der Ortsdurchfahrt. Ziel ist es, die Infrastruktur an die wachsenden Anforderungen durch erneuerbare Energien, wie Photovoltaik-Anlagen, anzupassen. Die Bauarbeiten in Heslachhof werden von der Firma Honold durchgeführt und sollen bis April 2026 abgeschlossen sein.

Investitionen für die Zukunft

Andreas Berg, Geschäftsführer der Syna GmbH, hebt die Notwendigkeit hervor, die Infrastruktur für die Energieversorgung zu modernisieren. Der aktuelle Stromverbrauch erfordere neue Lösungen, um eine sichere und stabile Energieversorgung zu gewährleisten. Laut BKZ plant Syna, in den nächsten fünf Jahren über eine Milliarde Euro in die Netzinfrastruktur zu investieren. Diese Investitionen sind notwendig, um die bestehenden Netze zu verbessern, die nicht ausreichend auf den dezentralen Betrieb ausgelegt sind.

Zusätzlich wird in Aspach-Altersberg und Spiegelberg-Kurzach ein neues Ortsnetzkabel für einen Mobilfunkmast verlegt. Ab dem 2. Februar 2026 wird ein 1,4 Kilometer langes Kabel von der Trafostation in Kurzach zur Mastposition verlegt. Parallel dazu wird ein Mittelspannungskabel installiert, um die Station in Kurzach in ein Ringnetz zu integrieren. Dies minimiert mögliche Ausfälle, da bei Störungen die Versorgung von der anderen Seite übernommen werden kann. Die Tiefbauarbeiten werden größtenteils von der Firma Gläser entlang von Wirtschaftswegen durchgeführt und sollen bis Anfang April 2026 abgeschlossen sein.

Herausforderungen der Energiewende

Die Energiewende in Deutschland erfordert einen zügigen Ausbau der erneuerbaren Energien und der Stromnetze sowie einen stabilen Netzbetrieb. Die Bundeswirtschaftsministerium betont die Notwendigkeit, dass Marktteilnehmer und Netzbetreiber den neuen Anforderungen gerecht werden müssen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Systemdienstleistungen müssen zunehmend von erneuerbaren Erzeugungs-, Speicher- und Verbrauchsanlagen erbracht werden, während der Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere Wind- und Photovoltaikanlagen, erhöht wird.

Ein zentrales Ziel der Maßnahmen ist es, einen sicheren Betrieb der Stromnetze mit 100% erneuerbaren Energien zu erreichen. Dazu wurde die „Roadmap Systemstabilität“ entwickelt, die einen Fahrplan für den sicheren Netzbetrieb erstellt. Dabei werden alle relevanten Akteure einbezogen. Auch der Systemstabilitätsbericht der Übertragungsnetzbetreiber spielt eine wichtige Rolle, indem er den Bedarf an Systemdienstleistungen für die kommenden zehn Jahre quantifiziert.