Am Sonntag, dem 25. Januar 2026, fand die Oberbürgermeisterwahl in Böblingen statt. Die Wahlbeteiligung lag bei lediglich 36,2 %, was bedeutet, dass 13.176 der 36.400 wahlberechtigten Bürger*innen ihre Stimme abgaben. Dr. Stefan Belz wurde mit deutlichen 64,8 % der Stimmen im ersten Wahlgang zum neuen Oberbürgermeister gewählt, was 8.501 Stimmen entspricht. Seine Amtszeit beginnt offiziell am 1. April 2026.
Dr. Stefan Belz bedankte sich für das Vertrauen der Wähler*innen und betonte, dass er die begonnenen Projekte in der Stadt konsequent fortführen möchte. Die detaillierten Wahlergebnisse sowie weitere Informationen sind online abrufbar unter wahlergebnisse.komm.one.
Barrierefreiheit und Teilhabe am Wahlprozess
Ein hervorzuhebendes Merkmal der Oberbürgermeisterwahl war die Möglichkeit, dass Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen ihre Stimmen selbstständig abgeben konnten. Hierzu wurden kostenlose Stimmzettelschablonen von Blinden- und Sehbehindertenverbänden bereitgestellt. Diese Schablonen haben an der rechten oberen Ecke einen entsprechenden Ausschnitt, sodass blinde und sehbehinderte Wähler*innen auch bei Briefwahlen oder in der Wahlkabine ihren Stimmzettel eigenständig ausfüllen konnten.
Für weitere Informationen zu den Unterstützungsangeboten sind die folgenden Kontakte relevant:
- Badischer Blinden- und Sehbehindertenverein V.m.K. in Mannheim, Telefon: 06 21 / 40 20 31
- Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden e. V. in Freiburg, Telefon: 07 61 / 21 68 735
- Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e. V. in Stuttgart, Telefon: 07 11 / 2 10 60-0
Diese Initiativen zur Barrierefreiheit sind nicht nur ein Schritt in Richtung Inklusion in Böblingen, sondern spiegeln auch ein wachsendes Bewusstsein für die Bedürfnisse aller Bürger*innen wider, insbesondere in einem Land, in dem rund acht Millionen Menschen schwerbehindert sind, wie Deutschlandfunk berichtet.
Künftige Herausforderungen der Inklusion
Die Debatte über die Inklusion behinderter Menschen geht über die Wahl hinaus. Im Kontext der Bundestagswahl 2025 wird die mangelnde Berücksichtigung von Inklusion in den Wahlprogrammen von verschiedenen Parteien kritisiert. Die SPD beispielsweise plant den Ausbau der Barrierefreiheit in Wohnraum, Mobilität, und im Gesundheitswesen. Auch die Grünen und Linken fordern umfassende Maßnahmen zur Förderungen der Inklusion in sämtliche Lebensbereiche.
Die Union möchte den Zugang zu Ausbildung und Arbeit erleichtern, während die FDP ein inklusives Bildungssystem fordert und die AfD vage Ansätze zur Inklusion präsentiert. Auch die Rolle der Förderschulen bleibt ein kontroverses Thema. Der Bedarf an barrierefreiem Personennahverkehr und eine inklusive Gesundheitsversorgung werden als zentrale Herausforderungen identifiziert.
Diese umfassenden Überlegungen zur Inklusion und Teilhabe werden auch in Zukunft an Bedeutung gewinnen und sollten in den politischen Debatten nicht vernachlässigt werden.