Am 31. Januar 2026 erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 2 und 3 einen aufregenden Besuch beim Jungen Ensemble Stuttgart. Sie besuchten die Vorstellung des Theaterstücks „un/fair“, das die Themen Fairness und Gerechtigkeit auf kreative Weise thematisiert. Vor der Vorstellung gab es eine Vesperpause auf der großen Treppe des Theaters, die für viele Kinder den ersten Eindruck von einer Theateraufführung überhaupt bot.

Der Eintritt in den großen Theatersaal gestaltete sich zunächst spannend. Der Raum war dunkel, und auf der Bühne stand eine beeindruckende große Torte. Fünf Schauspielerinnen betreten die Bühne und entführten das Publikum in ein interaktives Spiel, das verschiedene Aspekte von Gerechtigkeit beleuchtet. Die Kinder konnten dabei Spielregeln beobachten und erfuhren, wie sie aufgestellt und geändert werden, was die Thematik der Fairness unterstrich.

Sensorische Eindrücke und Interaktionen

Die Vorstellung war nicht nur thematisch ansprechend, sondern auch reich an sensorischen Eindrücken. Zu Beginn, als das Licht aus war und es dunkel blieb, wurden die Schauspielerinnen kaum sichtbar. Mit einem Scheinwerfer wurde kurz ins Publikum geleuchtet, bevor dann ein großer Gegenstand, die Torte, beim Einsatz von Nebel auf die Bühne herabgelassen wurde. Die darauf folgende Aktion war von bunten Bällen aus Tüllstoff begleitet, die von den Schauspielern hin- und hergeworfen wurden. Hierbei wurden auch laute Bass-Musiken und Signaltöne eingesetzt, um die Dynamik der Aufführung zu steigern, was einige Kinder aufregend fand.

Ein weiterer bemerkenswerter Moment in der Vorstellung war die Verwendung eines stroboskopischen Effekts und eine humorvolle Darstellung, als eine Schauspielerin laut lachte und dann plötzlich pfiff. Solche Elemente können für einige Zuschauer überfordernd sein, jedoch wurden sie mit Bedacht eingesetzt, um die unterschiedlichen Empfindungen von Fairness und Ungerechtigkeit darzustellen.

Theaterpädagogik und ihre Bedeutung

Das Stück „un/fair“ stellt auch ein Beispiel für Theaterpädagogik dar, die als künstlerisches, pädagogisches und therapeutisches Mittel dient, um soziale Interaktionen und gemeinschaftliches Lernen zu fördern. Diese Disziplin hat sich als eigenständiger Teil des pädagogischen Handlungsfeldes etabliert und zielt darauf ab, den Teilnehmenden den Zugang zu eigenen Ideen zu ermöglichen und soziale Kompetenzen zu stärken. Theaterpädagogik verbindet dabei kreative Gestaltung mit kommunikativen und interaktiven Elementen.

In der schulischen und sozialen Arbeit zeigt sich, dass solche theaterpädagogischen Ansätze nicht nur auf Aufführungen ausgerichtet sind, sondern auch Integration und Entwicklung eigener Werte fördern. Ergebnisse aus der theaterpädagogischen Praxis reflektieren oft gesellschaftliche Themen und bieten eine Plattform für kreatives Lernen. Socialnet verdeutlicht, dass die Zusammenarbeit zwischen Theater und Pädagogik durch ein Wechselspiel von Wahrnehmung, Gestaltung und Verständnis geprägt ist.

Durch den Besuch des Jungen Ensembles Stuttgart durften die Kinder nicht nur eine spannende Theatervorstellung erleben, sondern auch die Bedeutung von Fairness und Gerechtigkeit auf unterhaltsame Weise erfahren und wertvolle Eindrücke mit nach Hause nehmen. Für viele war es zudem ein unvergesslicher erster Theaterbesuch.

Nussbaum berichtet von diesem besonderen Event und hebt die positive Resonanz sowohl von den Schülern als auch der Lehrkräfte hervor, die den Einfluss solcher Theatererfahrungen auf die persönliche Entwicklung der Kinder betonen. JES Stuttgart stellt zudem sicher, dass bei Fragen zu sensiblen Eindrücken während der Vorstellung ein Ansprechpartner zur Verfügung steht.